Warum öffentliche Bücherschränke existieren

In Oberhausen gibt es zwischenzeitlich mehrere öffentliche Bücherschränke (zum Beispiel am Ebertplatz, inner Lohstraße und inner Schulstraße).

Wenn man von einigen Angriffen durch bescheuerte Vollidioten absieht, fristen diese Bücherdinger ein ziemlich friedvolles Leben. Man muss sich das einmal vor Augen führen: Dort liegen mitunter materielle Werte von dutzenden Euronen, vom ideellen Wert mal ganz abgesehen. Bücher kosten Geld. Mitunter viel Geld. Und dennoch verharren die meisten Bücher dort und werden nicht “für immer ausgeliehen”. Ich musste auch erst mal ein paar Minuten darüber nachdenken. Anscheinend sind die Bücher so wertlos, dass es sich nicht lohnt sie einfach zu klauen “kostenlos mitzunehmen”.

Vor einiger Zeit habe ich meine Bücherregale ausgemistet. Es mussten auch ziemlich viele Computerbücher daran glauben. Ich verpackte sie sorgsam in mehrere Kartons und wollte sie einfach verschenken. Ein befreundeter Buchverkäufer sagte dankend nein: “Computerbücher laufen nicht mehr.” Im Freundes- und Bekanntenkreis dasselbe Bild “Ne, die stehen nur rum, Bücher sind out.”

Da stand ich nun mit meinen Kartons voller Bücher. Niemand wollte sie haben, nicht einmal geschenkt. Zum Wegwerfen waren sie zu schade. Zurücksortieren in meine Regale wollte ich sie nicht mehr. Ich bin die Kartons dann nach und nach bei verschiedenen Hilfsorganisationen “los geworden”.

Irgendwie hat es mich geärgert, dass niemand ein paar Bücher geschenkt haben wollte. Bücher haben anscheinend einen anderen Stellenwert als noch vor ein paar Jahren. Es ist einfacher geworden, sich berieseln zu lassen statt selbst lesen zu müssen. Warum man ein E-Book einem Buch aus Totholz vorzieht, erschließt sich mir ebenfalls nicht wirklich.

Aber jetzt verstehe ich, warum öffentliche Bücherschränke existieren und nicht leergeräumt werden.

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