Quartett

Jeden Tag das gleiche Spiel: man kommt von der Arbeit zum Auto zurück und findet an irgend einer Stelle hängend ein Zettelchen.
Nein, früher waren das Zettelchen, heute sind es hochwertig anmutende, laminierte, einigermaßen nett designte (schreibt man das so?) Karten.
„Möchten sie Ihre Auto verkaufen?“ steht dort meistens als erster Satz. Und nein, ich habe mich jetzt nicht verschrieben. Es folgen dann Formulierungen wie „egal, wie viel Kilometer“ oder „auch schrottreif ohne TÜV/AU“ oder „rufe sofort zurück“ und „zahle Höchstpreise, hole ab“.
Erstaunlicherweise sind die Zettel nicht von einem einzigen „Autoaufkaufer“ sondern jeden Tag von einem anderen. Mittlerweile stapeln die sich bei mir auf dem Armaturenbrett.
Ich wusste gar nicht, dass meine Karre schon so schrottreif aussieht, dass mitleidige Zeitgenossen die unbedingt haben möchten. Ich könnte natürlich hingehen und die Aufkaufer gegeneinander ausspielen: „Hören Sie mal…, Ihr Mitbewerber XYZ zahlt mir aber 100 Euro mehr für mein Gefährt, ausserdem holt er es ab, gibt mir einen Kaffee aus und wir reden über alte Zeiten.“
Nun ja, ich bin mal gespannt, wann ich so viele Karten zusammenhabe, dass ich damit Quartett spielen kann:

„Tausche zwei ‚Höchstpreis‚ gegen ein ‚Bonus: neues Fahrrad gratis‚“.

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