Nie wieder Hausaufgaben!

“Am Elsa-Brändström-Gymnasium gibt es nach den Herbstferien nie mehr Hausaufgaben!”

So wie es da steht (und gerne von einigen Leuten kolportiert wird) stimmt die Sache natürlich nicht. Nach den Herbstferien gibt es für die Stufen 5 bis 9 keine Hausaufgaben mehr. Der Versuch ist vorerst auf 2 Jahre begrenzt. Außerdem werden die Hausaufgaben zu Schulaufgaben, da die Schüler länger in der Schule bleiben (eben Ganztag).

Und was soll ich davon jetzt halten? Etwas weiter unten findet man die Antwort.

Erst mal so ganz unter uns: haben wir nicht alle mal (weniger oder eher mehr) unsere Hausaufgaben morgens vor der Schule gemacht? Haben wir nicht alle abgeschrieben bei den (von uns so genannten) Strebern? Und sind diejenigen, die nicht Streber waren und brav ihre Hausaufgaben gemacht haben, nicht oftmals furchtbar auf die Schnauze gefallen, weil bei ihnen alles falsch war (je öfter die das probiert haben, umso mutloser wurden sie)? Hast du dich auch öfters mal gefragt, wofür du Hausaufgaben “gemacht” hast obwohl sie gar nicht überprüft wurden? Wie oft hast du vor deinen Hausaufgaben gesessen und hattest Schweißausbrüche weil du etwas überhaupt nicht kapiert hast? Wie oft hast du deswegen geheult? Wie oft durftest du nicht nach draußen gehen, “bis du alle Hausaufgaben fertig hast!” Und wenn du morgens den Stoff während der Schulstunde nicht verstanden hattest und hast ihn dann abends in kryptischen Hausaufgaben noch einmal nachvollzogen, warst du dadurch am nächsten Tag schlauer? Und selbst wenn deine Eltern dir bei den Hausaufgaben geholfen haben und du frohen Mutes warst, dass du nun alles verstanden hast, wie ist dann die nächste Klausur verlaufen??? Erinnere dich mal.

Schule, Jugend, Wissensvermittlung ist heute ein großes und schwieriges Thema. Ich denke, zur Zeit läuft dort einiges schief. Aber das ist ein anderes Thema.

In meinen Augen haben Hausaufgaben keinen Sinn mehr. Es ist gut, dass sie “abgeschafft” werden sollen (bzw. unter einem anderen Namen firmieren). Hausaufgaben haben lediglich die Eltern: Sie müssen ihren Kindern Wissen vermitteln: Realwelt-Wissen, keine Theorie aus einem Lehrbuch. Sie müssen dafür sorgen, dass Schule nicht mit Stress oder gar Angst verbunden ist, sondern einen ganz normalen Lebensabschnitt darstellt, den jeder Mensch durchläuft. Sie müssen ihre Kinder ermutigen, sich selbst Wissen anzueignen. Und wenn das Wissen gerade auch noch zum behandelten Schulstoff passt: Prima, Ziel erfüllt!

PS: Ich war selbst auf “dem Elsa”. An dieser Stelle möchte ich allen meinen Mitschülern danken, die mich immer haben abschreiben lassen, wenn ich meine Hausaufgaben mal “vergessen” hatte Zwinkerndes Smiley

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