Meine Alte.

(Insider: Gerd wird sich nun kaputtlachen. Aber hey, meine Alte hat ein Zehntel gekostet. NEU!!!)

Jedenfalls. Zu Ostern gab es dann auch etwas für mich. Und zwar neue Akkus. Jawohl. Und ich habe mich sehr darüber gefreut. Es gibt nichts schlimmeres als Akkus, die im entscheidenden Moment den Geist aushauchen. Besonders, wenn man gerade in dieser Sekunde das Motiv seines Lebens (naja) vor sich hat und das Objektiv fährt mit einem leisen Surren ein, weil die Akkutanten denken, dass sie nun leer sind.
Diese Akkus sind nun das Teuerste an meiner Kamera. Die Kamera nennt sich Casio EX-Z10 und ist ein paar Jährchen alt. Was hat sie nicht schon alles mitgemacht!
Ihre erste Erfahrungen mit einem Fahrrad machte sie, als ich in hohem Bogen vom selbigen geflogen bin und das Gehäuse der Casio eine massive Delle bekam. Das war eigentlich keine Delle mehr, sondern eher eine Verbiegung des gesamten Gehäuses.
Als nächstes folgten dann mehrere Stürze aus unterschiedlichen Höhen.
Zwischenzeitlich hat der optische Sucher seinen Geist aufgegeben (ist wohl abgefallen irgendwann).
Die Minitasten auf der Rückseite lassen sich nur noch mit ein paar Atü drücken (wobei es eigentlich egal ist: ein SMD-Taster ist eh defekt, die anderen übernehmen die Funktion der anderen. Will sagen: man drückt z. B. „DISPLAY“ und anscheinend wird stattdessen z. B. intern der Knopf für „SELBSTAUSLÖSER“ gedrückt. Mit ein bisschen Übung und Glück hat man das System aber schnell raus.)
Durch das ständige Auf- und Zuschrauben fehlen nun ein paar Schrauben (diese Minidinger, die man gerade eben mit einer geplätteten Stecknadel schrauben kann.)
Einige (alle) Scharniere an den Abdeckklappen sind ausgeleiert/nicht mehr vorhanden/funktionslos/total defekt.
Vorne am Objektiv war mal ein dekorativer Metallring, der ist mir irgendwann im Kaisergarten in das Reh-Gehege gekullert. Der war aber auch nicht wichtig, anscheinend.
Letztens hat der Hund auf die Verschlusslamellen gesabbert. Seitdem sind die entweder geöffnet (mit Schütteln) oder geschlossen (mit Schieben). Hundesabber ist übrigens recht verteilfreudig. Ich habe natürlich mal wieder die Kamera aufgeschraubt (nun fehlt schon wieder eine Schraube) und das Innenleben gereinigt. Das Innenleben besteht aus winzigen Dingen, die winzige Ameisen mit winzigen Lötkolben zusammengebastelt haben. Egal, einmal mit dem Tuch drüber und gut ist. Fließströme? Nix da! Alles solides SMD.
Regen und Schnee machen der Kamera anscheinend eh nix aus. Ich weiß nicht, wie oft ich schon bei strömendem Regen draußen stand (ach?) und Fotos gemacht habe. Die Kamera ist also mehrmals gründlich gewaschen worden.
Das Display ist natürlich noch und nöcher verkratzt. Ich habe Schutzfolie appliziert. Seitdem kann man zwar weniger erkennen aber die Kratzer sind virtuell nicht mehr vorhanden.
Das Gute ist: ich kann das Teil überall mit hinnehmen und Fotos machen. Ich brauche keine Angst haben, dass sie kaputtgeht und ich 1000 Euro verzwiebelt habe. Sie hat ihren Soll mehr als einmal erfüllt.
Was ich eigentlich sagen wollte: ich liebe meine Alte. Auch mit Kratzern, Macken und Knöpfen, die nicht mehr so funktionieren wie sie sollten.
Jawoll!
(Aber so eine Neue wäre auch nicht schlecht… 😉

2 Antworten auf „Meine Alte.“

  1. Hallo Uli,

    hab mich köstlich amüsiert über Deine Artikel. Ich sach ma so: Ein Trabant reicht ja auch zum Autofahren oder mit anderen Worten. Jeder bekommt das was er verdient 😉

    Gruß und schönes Wochenende
    Gerd – ohne Trabbi und Casio

  2. Gerd,
    nach einigen Minuten Nachdenken über die Formulierung meiner Antwort, bin ich zu diesem Ergebnis gekommen:
    ich sach ma so… Ich bin ja doch jünger als du. Meine Feinmotorik ist auch noch ausgeprägt. Ich kann also diese kleinen Knöpfe (die nicht funktionieren) noch mühelos bedienen 🙂
    Vielleicht werde ich in 5, 6 Jahren auch zu einer anderen Kameramimik wechseln (wie diese Großtastentelefone für ältere Menschen).
    Ätsch 🙂

    So long,

    der Uli.

    PS: Der Trabant war auch lange Zeit ein hochgeschätztes Automobil. Er hat funktioniert.

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