Liebe Spendenaktionen!

Kaum haben wir Mitte November, da kommen die Spendenaktionen wieder hervor. Ein eindeutiges Zeichen für das bevorstehende Weihnachtsfest.

Klar, es gibt verflucht viel Elend auf der Welt. An allen Ecken und Enden kann man Unrecht, Leid, Hunger und Armut finden. Es gibt Millionen Menschen und Tiere Lebewesen, die gerade im Moment nicht auf der Sonnenseite ihres Lebens stehen. Und just dort springen die zahlreichen vorweihnachtlichen Spendenaktionen in die Bresche. Für alles mögliche werden dann Spenden gesammelt.

Und doch werde ich mich an keiner dieser Spendenaktionen beteiligen. Spendenaktionen zu Weihnachten haben für mich etwas mit Ablass zu tun: ich gebe hier und dort 10 Mark und kann dann unbesorgt ins Weihnachtsfest starten – und mein Gewissen ist rein bis Ende nächsten Jahres. Die Crux: wir spenden nur denen, die wir sehen. Eine Spendenaktion ist geplant. Mitunter wird sie sogar massiv im Fernsehen oder auf Plakaten beworben (Eine Spendenaktion mit Werbebudget?) Mit tun die vielen „Unbespendeten“ leid, die nichts von den großen Aktionen erhalten.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Selbstverständlich begrüße ich jede Anstrengung, die unternommen wird, um das Elend in der Welt zu mildern. Ich persönlich nehme mir in der weihnachtlichen Phase aber bewusst eine Spenden-Auszeit. Dafür gebe ich aber auch im Rest des Jahres 100 % spontane Spendenbereitschaft. Ich spende dabei nicht immer nur etwas Materielles. Und am liebsten spende ich ad hoc in der unmittelbaren Umgebung.

Eine Antwort auf „Liebe Spendenaktionen!“

  1. Ich persönlcih spende auch nichts zu einem speziellen anlass. egal ob weihnachten oder Tsunami. Auch nicht für irgendwen an der ecke. Bei irgendwem an der Ecke weis ich nie, ob er nicht abends in seinen fastneuwagen steigt und seine ausbeute zählt. Oder es seinem Bettlerchef abdrücken muss. und bei den Aktioen sage ich mir: Weis ich, ob es dort ankommt?

    Zwei dinge bleiben mir in erinnerung. es gab eine Grosse hungersnot in Asien. das Problem war nicht, das die leute kein Essen hatten, sondern kein Geld, um es zu kaufen.
    Und auf der anderen Seite: wieviel Spendengeld versickert in den Taschen Korrupter drittweltstaatenpolitiker Helfer.

    Die Schulen meiner Kinder Packen regelmäßig Pakete zu Weihnachten mit Lebensmitteln und kleinen Geschenken zu weihnachten für bestimmte Partnerstädte. Diese werden von freiwilligen dorthingebracht. Das ist viel persönlicher und ich weis das es ankommt.
    Aber gegen ablasshandel, egal wie er vollzogen wird, bin ich auch.

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