Kaiserparken – Peinlichkeit par excellence

Vor etwas mehr als 2 Jahren schossen am Kaiserparkgarten einige Parkscheinautomaten aus dem Boden.

Niemand wollte sie haben. Niemand konnte sie leiden. Alle haben gehofft, dass der “Ich zieh erst mal einen Parkschein für eine Stunde, wird schon nix passieren”-Parkschein auch wirklich nicht böse endete. Wirklich lebhaft in Erinnerung sind mir nur noch die Beschwerden der SPD-Sommerfest-Besucher. Einige Viele von Ihnen haben seinerzeit ein Ticket wegen eines abgelaufenen Parkscheins bekommen.

Besonders ätzend: Gebührenpflichtig sind die Parkplätze von Montag bis Sonntag, von 9 bis 18 Uhr, also praktisch in der kernigsten Kernzeit, die es so geben kann. Die Höchstparkdauer beträgt 4 Stunden, was im Sommer kaum reicht, um den Tierpark zu durchkreuzen und einen Abstecher auf den Spielplatz zu machen.

Das Blatt wird sich bald wenden, und das auch noch einstimmig! In absehbarer Zeit werden die Dinger wieder stillgelegt. Viel Tamtam und Geld für beinahe nix. Das Gespinst verpufft in der Luft. Es ist weg, verschwunden für immer, eine Fehlentscheidung mehr auf der langen Schämliste der entsprechenden Partei.

Und doch bin ich damit nicht zufrieden. Das ganze Gehampel hat wieder mal diesen Oberhausener Beigeschmack, der mich seit 20 Jahren verfolgt: Erst mal rein in die Kartoffeln, Ärmel demonstrativ hochkrempeln (gähn!), ein bisschen Geld verschwenden und dann sehen, dass es prinzipiell Scheiße war, was man getan hat. Und dann wieder raus aus den Kartoffeln und hoffen, dass niemand etwas gemerkt hat. Die Schuld kann man letztlich schieben auf die Opposition, die Landesregierung, die Bundesregierung, die Entscheider in Brüssel, die UNO, die höheren Mächte etc. Zugegeben, eigentlich ist es ein kleines Übel, über das man sich stundenlang und dennoch unnötig erregen kann. Und vielleicht sehe ich die Sache sehr kritisch. Aber die Struktur dieses Übel entdecke ich in vielen anderen Entscheidungsfällen in Oberhausen auch: erst einmal planlos agieren und dann gucken ob es Scheiße war.

But, so what?

Einige Wünsche habe ich noch:

  • Lasst die Parkscheinautomaten als Industriedenkmale stehen. Hängt einen Zettel dran, wer dafür und wer dagegen war. Schreibt unten drunter, dass sich die Tiere wie wahnsinnig über eine freiwillige Spende freuen.
  • Der Eintritt zum Tierpark muss immer kostenfrei bleiben, auch wenn die räumliche Struktur desselben gerade eben gegensätzlich zu dieser Hoffnung gestaltet wurde. Das ist bestimmt reiner Zufall…
  • Und wenn wir schon damit anfangen: die Parkscheinautomaten in der Innenstadt können ebenfalls stillgelegt werden. Einfach nur so, als nette Geste. Die Einnahmen aus den Automaten machen angesichts der Höchsthöchstverschuldung der Stadt den Braten auch nicht mehr wirklich fett, aber dafür einige Leute vielleicht so glücklich, dass sie mal in der Innenstadt einkaufen gehen fahren möchten.

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