Das Dilemma der Marktstraße

Nicht nur die Marktstraße in Oberhausen hat ein Problem. Auch die Elsässer und Lothringer Straße sind arm dran. Es sind nur noch sehr sehr wenige Traditionsgeschäfte vorhanden. Selbst größere alteingesessene Geschäfte haben inzwischen das Zeitliche gesegnet. Dafür erscheinen in loser Reihenfolge immer mehr belanglosere Geschäfte. Man braucht kein Hellseher sein, um diesen Geschäften eine Zukunft von höchstens einem Jahr vorherzusagen.
Jetzt geht auch noch Woolworth (korrekte Oberhausener Aussprache: „Wollwort“). Schade, dort hat man immer mal wieder ein Schnäppchen machen können. Meistens aber eher zufällig.

Vor ein paar Jahren habe ich in einem Forum mal ein paar Gedanken formuliert, wie man die Marktstraße (bzw. die alte Mitte) „retten“ könnte. Hier nun ein Update:

  • Die Geschäfte müssten zusammenrücken. Die Marktstraße ist viel zu lang. Eine Konzentration der Geschäfte um die Kreuzung Elsässer Str./Marktstraße herum wäre sinnvoll. Denkbar wäre auch, dass einige Geschäfte in die zweite Etage ziehen, wie es früher gang und gäbe war. Das setzt natürlich voraus, dass z. B. ein Bäcker sein gesamtes Geschäft von der oberen Marktstraße näher in Richtung Altmarkt umzieht. Eine Utopie!
  • Leerstände sehen doof aus. Es gibt bestimmt Möglichkeiten, einen Leerstand dezent zu verbergen oder gar sinnvoll zu nutzen. Warum sollte nicht z. B. einmal ein städtisches Amt dort einziehen? Utopie!
  • Der Branchenmix ist miserabel. Mitunter kaufkräftige Bevölkerungsgruppen (z. B. Jugendliche und Rentner) werden kaum angesprochen. Selbst die weibliche Bevölkerung sucht teilweise nach Klamottenläden (wie mir meine Freundin berichtet). Daher finden sich viele Jugendliche und Damen am Centro ein. Ohne die alte Mitte einmal umzukrempeln, kann man diese Gruppen nicht ansprechen. Branchenmix verbessern ist daher eine Utopie!
  • Einheitlich geregelte Öffnungszeiten. Schön wäre von 8 bis 19 Uhr. Für Alle. Punkt. Dies sollte durchführbar sein.
  • Kostenlose Parkplätze. Ich ertappe mich immer dabei, dass ich lieber zum Bero als in die Innenstadt fahre, weil ich am Bero mein Auto parken kann und gut ist. In der Innenstadt muss ich erst mühsam einen Parkplatz suchen, dann einen Ticketautomaten finden und dann auch noch Geld ausgeben, damit ich einkaufen darf! Kostenlose Parkplätze sind ein Muss.
Das waren nicht gerade viele Vorschläge, aber immerhin mache ich mir Gedanken 😉

Eine Antwort auf „Das Dilemma der Marktstraße“

  1. Alle Punkte richtig getroffen Uli.
    Die Marktstrasse verlottert zusehends. Neuerdings frag ich mich, ob wir eine Stadt von Brotessern geworden sind. Inzwischen ist gefühlt jedes dritte Geschäft ein Backshop (mit Imbiß, oder Imbiß mit Backshop).
    Aber großartige Ideen hab ich leider auch nicht. Ein Teil des Problems liegt sicher auch am Publikum. Wobei das in meinen Augen eine Henne-Ei-Frage ist. Haben wir so wenig "gute" Geschäfte auf der Marktstrasse, weil die Kundschaft fehlt – oder gibt es wenig kaufkräftige Klientel weil das Angebot so mau ist?
    Deine Idee, die Marktstrasse zu verkürzen finde ich übrigens sehr schön! Den Bereich jenseits von Cafe Bauer, wo nur noch Kodi, Zeeman und Konsorten auf mich warten, betrete ich kaum noch.
    Viele Grüsse,
    Sabine

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