Gestern anner Langemarkstraße

Fast habe ich gedacht, dass die Aufschrift so gewollt ist, bis ich gemerkt habe, dass das Plakat selbst vonner FDP ist.nicht_gewollt

Nur noch mal zur Info: Das ist klar Sachbeschädigung und außerdem ziemlich daneben.

(Übrigens finde ich, dass man “digital” keinesfalls steigern kann, aber das nur als kleinliches Detail 🙂 )

Kaiserparken – Peinlichkeit par excellence

Vor etwas mehr als 2 Jahren schossen am Kaiserparkgarten einige Parkscheinautomaten aus dem Boden.

Niemand wollte sie haben. Niemand konnte sie leiden. Alle haben gehofft, dass der “Ich zieh erst mal einen Parkschein für eine Stunde, wird schon nix passieren”-Parkschein auch wirklich nicht böse endete. Wirklich lebhaft in Erinnerung sind mir nur noch die Beschwerden der SPD-Sommerfest-Besucher. Einige Viele von Ihnen haben seinerzeit ein Ticket wegen eines abgelaufenen Parkscheins bekommen.

Besonders ätzend: Gebührenpflichtig sind die Parkplätze von Montag bis Sonntag, von 9 bis 18 Uhr, also praktisch in der kernigsten Kernzeit, die es so geben kann. Die Höchstparkdauer beträgt 4 Stunden, was im Sommer kaum reicht, um den Tierpark zu durchkreuzen und einen Abstecher auf den Spielplatz zu machen.

Das Blatt wird sich bald wenden, und das auch noch einstimmig! In absehbarer Zeit werden die Dinger wieder stillgelegt. Viel Tamtam und Geld für beinahe nix. Das Gespinst verpufft in der Luft. Es ist weg, verschwunden für immer, eine Fehlentscheidung mehr auf der langen Schämliste der entsprechenden Partei.

Und doch bin ich damit nicht zufrieden. Das ganze Gehampel hat wieder mal diesen Oberhausener Beigeschmack, der mich seit 20 Jahren verfolgt: Erst mal rein in die Kartoffeln, Ärmel demonstrativ hochkrempeln (gähn!), ein bisschen Geld verschwenden und dann sehen, dass es prinzipiell Scheiße war, was man getan hat. Und dann wieder raus aus den Kartoffeln und hoffen, dass niemand etwas gemerkt hat. Die Schuld kann man letztlich schieben auf die Opposition, die Landesregierung, die Bundesregierung, die Entscheider in Brüssel, die UNO, die höheren Mächte etc. Zugegeben, eigentlich ist es ein kleines Übel, über das man sich stundenlang und dennoch unnötig erregen kann. Und vielleicht sehe ich die Sache sehr kritisch. Aber die Struktur dieses Übel entdecke ich in vielen anderen Entscheidungsfällen in Oberhausen auch: erst einmal planlos agieren und dann gucken ob es Scheiße war.

But, so what?

Einige Wünsche habe ich noch:

  • Lasst die Parkscheinautomaten als Industriedenkmale stehen. Hängt einen Zettel dran, wer dafür und wer dagegen war. Schreibt unten drunter, dass sich die Tiere wie wahnsinnig über eine freiwillige Spende freuen.
  • Der Eintritt zum Tierpark muss immer kostenfrei bleiben, auch wenn die räumliche Struktur desselben gerade eben gegensätzlich zu dieser Hoffnung gestaltet wurde. Das ist bestimmt reiner Zufall…
  • Und wenn wir schon damit anfangen: die Parkscheinautomaten in der Innenstadt können ebenfalls stillgelegt werden. Einfach nur so, als nette Geste. Die Einnahmen aus den Automaten machen angesichts der Höchsthöchstverschuldung der Stadt den Braten auch nicht mehr wirklich fett, aber dafür einige Leute vielleicht so glücklich, dass sie mal in der Innenstadt einkaufen gehen fahren möchten.

That’s it.

So ganz im Detail habe ich mir die Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl noch nicht reingezogen. Relativ sicher ist aber, dass der CDU-Kandidat die absolute(!) Mehrheit errungen hat. Wie bereits gesagt: in meinen Augen ist dies mittelfristig der Anfang vom Ende der SPD-Regie in Oberhausen.

Meine Wahlanalyse in vier Worten: die letzten zehn Jahre.

Und um die Wahl mit einem schlechten Spruch zu beenden: Posto packt nun ein, Herr Schranz dagegen kann’s (uns nun beweisen, was er drauf hat).

Viel Erfolg!

Die Wahl kommt

Schon bald wird in Oberhausen ein neuer Oberbürgermeister gewählt. rathaus_2

Was ich bei der ganzen Sache öfters mal gerne übersehe: Es wird lediglich ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Es wird kein weltpolitischer Wandel vollzogen. Daher wird auch noch Wochen nach der Oberbürgermeisterwahl vermutlich vieles so sein, wie es vorher war und Änderungen werden erst sehr langsam zu sehen sein. If any…

Ich bin von der Diskussion um den “richtigen” Kandidaten inzwischen gelangweilt, um nicht zu sagen genervt. Die (vielleicht auch ungewollt von anderen Seiten gepushte) Omnipräsenz ist in meinen Augen schon lange reichlich kontraproduktiv. So gewinnt man keinen Blumentopf in Oberhausen. (Die Wahlwerbung sprach ja schon langweilige Bände. Immerhin sind die nachgeschobenen, karikierten Wahlplakate des CDU-Kandidaten ansatzweise lustig und drücken das aus, was viele Einwohner denken. Auch wenn die Aussagen der Karikaturen teilweise polemisch sind einer faktischen Überprüfung nicht standhalten würden. Aber sei’s drum, frischer  und moderner sind sie allemal als die Staubigen der SPD. Aber das nur am Rande.)

Der CDU-Kandidat hat in meinen Augen einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Die SPD war nun lange genug am Ruder und hätte Oberhausen und seine Einwohner am Lachen halten können. Sie hat’s aber “vergeigt”. Vielleicht nicht objektiv messbar, aber gefühlt um so mehr. Die CDU hat natürlich auch keine Wundertüte. Sollte Herr Schranz die Obermeister-der-Bürger-Wahl gewinnen, kann er aber sein Können unter Beweis stellen und die Weichen für die nächste Wahl einrichten. Ich glaube, dass viele Einwohner von Oberhausen mal sehen möchten, ob ein neuer Besen gut kehrt und er wirklich das halten wird, was er heute verspricht.

Wir sollten das alles nicht zu verbissen sehen. Wie gesagt, es taucht lediglich ein neuer Chef auf, die Firma an sich bleibt. Ob der neue Chef die Firma aus der Krise holen kann, müssen wir abwarten. Oberhausen ist eine kleine Stadt am Rande von Nirgendwo, lediglich noch im Reiseführer definiert durch das Centro und den “Gasometer”. Ob ein SPD- oder CDU-Mann der Vorsitzende ist, erscheint da völlig belanglos. (Wie wäre es mal wieder mit einer Frau an der Spitze?)

Dennoch meine erste persönliche Prognose: Herr Schranz wird neuer Oberbürgermeister und läutet damit mittelfristig das Ende der SPD-Regie ein. Wettet jemand dagegen?

Wahlwerbung

In ein paar Wochen wird ein neuer Oberbürgermeister gewählt. So nach und nach tauchen jetzt die Werbeplakate der Kandidaten im Stadtgebiet auf. Das finde ich fast genau so spannend wie die Wahl an sich.

Die SPD-Kandidatenplakate kann ich schnell abhandeln. “Posto packt’s an”. Und zwar alles und jetzt sofort oder spätestens bald. Das klingt wie die alles erklärende Weltformel, die man schon zu oft gehört hat und an die man schon lange nicht mehr glaubt.

Der CDU-Kandidat wünschte uns immerhin schon vorsichtig “schöne Ferien” und schreibt jetzt von einem “OB Wechsel 2015”. Bin ich eigentlich der einzige, der spontan an völlig andere Dinge denkt als an einen OberBürgermeisterwechsel?

Insgesamt finde ich die Plakate bis jetzt eher unspannend. Es gab schon bessere in Oberhausen. Aber vielleicht kommt ja noch was. Falls ihr mal richtig kreative Anregungen braucht, dann fragt mich einfach, ok? 🙂

Und noch einen Tipp von mir: Lasst endlich die Gasometer-Silhouette aus euren Plakaten, das ist so was von 1983.

Das neue Stadtteilmanagementbüro

In Strekade hat vor ein paar Tagen das neue Stadtteilmanagementbüro Stadtteilbüro eröffnet.

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Zu finden ist es in der Gartenstraße Bahnhofstraße, ca. 300 Meter vom teschnichen Rathaus entfernt… Mal sehen, was es zukünftig macht.

Ach ja, an der Stelle befand sich ganz früher die Schneiderei Neukirchen:

neukirchen

Kitastreik

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Kitastreik ist noch sinnvoll, denn Kinder sind wichtig.

(Der gefühlt vierundzwanzigste Bahnstreik dieses Jahr war dagegen überflüssig und wird lediglich die Automobilindustrie ankurbeln. Aber das ist ein anderes Thema…)

Fertig, Teil 3

Ich bin fertig. Teil 1 war die Einführung, Teil 2 die Technik, Teil 3 ist das Fazit.

Vor 20 Jahren hat mich Oberhausen nicht sonderlich interessiert. Ich hatte andere Dinge im Kopf, als über eine Stadt nachzudenken. Spätestens mit dem Bau des Centros hat sich das geändert. Plötzlich hat man gesehen, dass man doch nicht mehr im “Kohlenpott” lebt. Die Montanindustrie war Geschichte und wurde nur noch vereinzelt künstlich am Leben erhalten.

Vor 20 Jahren hat mich auch die Oberhausener Politik nicht sonderlich interessiert. Seit dem Centro hat sich diese Einstellung auch gewandelt. Das Centro (die “Neue Mitte”) war der letzte große Meilenstein in der politischen Geschichte Oberhausens. Danach kam nix wesentliches mehr. Ich habe mich gefragt, warum das so ist. War das Centro so groß, dass die politischen Erben damit nicht klar gekommen sind? Hat man sich einfach nur 20 Jahre lang “ausgeruht”? Oder sind andere (plötzlich aufgetretene und widrige) Umstände dafür verantwortlich, dass es nur noch bergab ging? Geht es überhaupt bergab? Oder ist das ein subjektiver Eindruck, weil das Oberhausen von damals ein anderes ist als das von heute? Ich bin weder Politikwissenschaftler noch Psychologe  und kann daher die Frage nach dem Warum nicht wirklich beantworten.

Ich glaube aber für die Zukunft, dass die Oberhausener Politik wesentlich mehr Potenzial aus vielen Dingen herauskitzeln könnte. Als herausragende Pleiten der letzten Monate und Jahre kommt mir sicherlich zunächst das Stahlwerksgelände in den Sinn. Dicht gefolgt von dem Spatenstich-Foto der 105. Unmittelbar anschließend denke ich an einige “dumm gelaufene Dinge” innerhalb der Oberhausener Gesellschaften. Jedes dieser (und vieler weiterer) Ereignisse haben den Stein gehöhlt. Die unendliche hohe Verschuldung werden wir nie wieder los. Wir sollten sie als ständige Herausforderung akzeptieren und auf ein göttliches Wunder hoffen.

Was viele Politiker immer wieder gerne vergessen: ich bin praktisch ein Aktionär der Stadt. Mir gehört ein kleines Stückchen vom Kaisergarten und vom Gasometer, von Vonderort, vom Stadion, auch von jedem öffentlichen Gebäude, von jeder einzelnen Straße, von jedem Baum und von jedem Strauch, von jeder Laterne und von jedem städtischen Stein. Niemand darf damit hemmungslos umgehen. Vielleicht sollten einige Politiker öfters mal an einem Strategiespiel üben und Städte bauen.

Um die wirren und stark verkürzten Gedankenfäden zusammenzubringen: mein Fazit zu den letzten 20 Jahren.

Ich habe mir meine Stadt und somit die mir davon gehörenden Teile angesehen. Ich finde, dass Oberhausen eine gute Stadt ist, die noch eine Menge zu bieten hätte. Es braucht nur die Visionäre, die sich einen Neuanfang zutrauen. Die amtierende politische Riege wird es damit besonders schwer haben. Obwohl ich vor gar nicht allzu langer Zeit behauptet habe, dass in Oberhausen immer die SPD gewinnt, bin ich inzwischen davon überzeugt, dass die SPD von den Bürgern angezählt ist. Sollte Herr Schranz in diesem Jahr Oberbürgermeister werden (wovon ich zu 75 % ausgehe), brechen die letzten Stunden der SPD-Regie an. Ich glaube, dass es den Bürgern nicht mehr darum geht, dass es mit der CDU “besser geht”, sondern dass es “eh nicht schlimmer werden kann”. Auch eine CDU (oder wer auch immer gewählt wird) hat keinen Zaubertrank für die ungelösten Probleme der Stadt. Aber vielleicht brauchen wir einfach mal etwas Neues und gönnen der bisherigen Partei eine kleine Auszeit.

Ich werde weiterhin regelmäßig über die Dinge bloggen, die mich an Oberhausen furchtbar nerven. Aber auch über die vielen schönen Dinge am Wegesrand, die mich in dieser Stadt immer mal wieder erfreuen. Ich kann die Welt nicht ändern. Ich kann mit einem Blog nicht allzu viel bewegen. Mir liegt es auch fern, für die SPD oder für die CDU (oder für die anderen Parteien) Werbung zu machen. Ich kann auch nicht allumfassend erklären, warum wir heute da stehen, wo wir stehen. Ich möchte nur, dass es meinem kleinen Stückchen Oberhausen, das ich mir in den letzten 20 Jahren angeschaut habe, auch in Zukunft gut geht 🙂

Keine Qual der Wahl

Schade, hätte ich mal eine Wette abgeschlossen

Die Wahl ist vorbei und (zur Zeit augenscheinlich) so verlaufen, wie ich vermutet habe: Der rote SPD-Balken ist der größte. Alles andere zählt nicht. Die SPD hat „gewonnen“. FDP hat’s vergeigt, BOB ist erstaunlich weit gekommen, zumindest bei dieser Wahl. Muss man die Ergebnisse jetzt noch weiter haarklein analysieren? Nein. Wer mit wem koaliert und die Mehrheit stellt oder wer gar seine Prinzipien über Bord wirft, nur damit er künftig König ist, wird man dann sehen. Vielleicht wird ja doch noch alles anders… Es bleibt spannend. Es bleibt vermutlich alles so wie es war.