Heute, kurz nach der Kernschmelze

Zurzeit kursiert ein kleines Problemchen in der digitalen Welt. Erste Andeutungen gab es schon in einigen Foren letztes Jahr, nun ist es amtlich. Man hat festgestellt, dass einige wenige verdammt viele Computer-Prozessoren einen kleinen Hau im Hirn haben. Ohne mit zu viel technischem Geschwafel zu langweilen: Schon seit Jahren gibt es Fehler im Design vieler Prozessoren, die dazu führen, dass Sicherheitslücken entstehen können. Noch einmal langsam, um sich die Sache bildlich vorstellen zu können: Chiphersteller bauen schon seit Jahren (eventuell schon seit Jahrzehnten) Prozessoren, die fulminante Fehler beherbergen. Ob „wissentlich“ (weil sie’s nicht mehr ändern konnten und/oder wollten) oder unwissentlich lasse ich dahingestellt. Inzwischen ist die gesamte Computerwelt in einer fieberhaft durchgeführten Aktion schon dabei, die Fehler nach und nach durch andere Mechanismen zu “umgehen”.

Dieser Umstand ist aber nicht nur eine Kernschmelze (“meltdown”), wie einer der Fehler schmeichelhaft genannt wird, das ist in meinen Augen schon der Super-GAU. Besonders verstörend finde ich, dass diese Fehler erst nach vielen Jahren aufgedeckt wurden. Was lungert noch herum in den Tiefen der digitalen Hexensuppe? Möchte ich vor diesem Hintergrund ein autonom fahrendes Auto haben? Überlasse ich in Zukunft meine Gesundheit immer noch meinem coolen Fitnessarmband? Führe ich Kommunikation, Bankgeschäfte, Einkäufe, Regelung der Heizung usw. lieber wieder analog durch? Will ich mein Leben tatsächlich immer weiter digitalisieren?

Ich bin technikaffin. Aber solche Sachen bringen mich immer mehr zum Nachdenken über Sinn und Unsinn so mancher technischer Innovationen Gadgets. Viele Dinge braucht die Welt einfach nicht. Einige Dinge stellen sich anscheinend erst nach Jahren als gefährlich heraus. Kosten und Nutzen werden heutzutage ständig abgewogen. Viel wichtiger finde ich aber inzwischen die Abwägung von Nutzen und Risiken. Risiken werden dabei gerne mal unter den Tisch gekehrt.

Die derzeitige Kernschmelze hat mich wieder etwas wacher gemacht. Ich sollte meinen analogen Verstand öfters nutzen und mich nicht auf digitalen Kram verlassen. Besser is das.

Warum ich jetzt wieder mit diesem “Warum …”-Scheiß aufhören werde

Meine letzten Beiträge habe ich mit “Warum dies und das so und so ist und wieso die Auflösung total spannend ist” betitelt. Inzwischen bin ich nur noch genervt davon. Ich glaube, dass die Message Mitteilung rübergekommen ist. Reißerische Überschriften waren vielleicht früher mal modern. Heute klingt das in meinen Ohren nur noch albern. Ab jetzt werde ich also wieder “meine normalen” Blogtitel verwenden. Gern geschehen.

Warum ich nie mehr NINA will

Ich habe ein paar Ninas in meinem Leben kennengelernt. Die meisten waren recht nett. Die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes (die im Volksmund auch NINA heißt) ist es dagegen nicht so sehr. Diese mobile App soll den Bürger im Notfall vor allen möglichen Katastrophen per Smartphone-Ringring warnen.

Ich hatte die App schon vor langer Zeit mal installiert. Und kurz darauf wieder deinstalliert, weil sie sehr zickig war. Meistens hat sie einfach so gebimmelt. Ein Blick in die Warnungen zeigte daraufhin nichts. Erst irgendwann wieder. Und dann für ein Gebiet, wo ich im Leben noch niemals war. Mal zeigte sie Hochwasser und Sturmfluten. Mal Sirenentests im Irgendwo. Mal stand man im Unwetter und schaute verzweifelt auf NINA, ob sie denn jetzt mal situationsbezogen reagieren würde. Nö, nüscht.

Vor wenigen Monaten habe ich NINA eine zweite Chance gegeben. Schnell installiert, Test durchgeführt, alles bestens.

Nein, ich bin kein technischer Hohlkopf. Rein beruflich habe ich stets mit digitalen Dingen zu tun. Mein Smartphone ist richtig konfiguriert und außerdem weiß ich, wo die heiße Seite am Lötkolben ist.

Die ominösen Warnungen bei markantem Wetter/Unwetter/Weltuntergang habe ich direkt abgeschaltet. Wenn ich wissen möchte, wie das Wetter wird, dann schaue ich aus dem Fenster. Ebenfalls minder interessant finde ich Hochwasserwarnungen. Ruhr, Emscher und Rhein-Herne-Kanal werden es vermutlich nicht schaffen Oberhausen zu fluten.

Wie auch immer – es kam, wie es kommen musste. Gelegentlich wurde NINA nervös und bot innerhalb kurzer Zeit mehrere Warnungen an. Von irgendwo. Mein Standort wurde nie wirklich richtig erkannt. Wenn ich meinen Standort festlegte, wurde es eher wieder still um NINA. Sie regte sich nicht einen Deut, als in Buschhausen ein Chemietank verdampfte oder es dort anner Müllverbrennung brannte. Wenn sie etwas meldete, dann meist zu spät. Zuletzt ruderte sie tagelang aufgeregt mit den Armen als Sirenen-Probealarme waren. Ebenfalls entwarnte sie jeweils mehrfach beim Ende des Problealarms.

Irgendwann ist jedoch Schluss. Was bei echten Ninas gilt, gilt auch bei NINA. Ich habe sie erneut von meinem Mobilteil verbannt. Ich konnte keinen Nutzen feststellen. Lediglich einen erhöhten Energieverbrauch. Eigentlich ist das schade, da ich eine flächendeckende Warnung der Bevölkerung als äußerst  nützlich empfinde. Und ein Smartphone hat fast jeder.

Ich weiß nicht wo der Systemfehler ist. Die App an sich? Läuft da irgend etwas schief? Oder ist es die mangelnde oder falsche Versorgung mit Echtzeitdaten? Ich habe keine Ahnung.

Wenn ich jetzt wissen will, ob ich in Gefahr bin, dann rufe ich die Webseite warnung.bund.de auf. Dort stehen alle aktuellen Warnungen und ich muss lediglich ein wenig mein Gehirn benutzen um herauszufinden, ob es sich lohnt  den nächsten Bunker aufzusuchen.

Warum dies das Ende dieses Blogs ist

Dies ist der 666. Beitrag in diesem Blog.

Uuuuuuh, 666???

Zahl des Biestes? Antichrist? Bilderberg? Das Ende der Welt? Das Ende dieses Blogs? JA! Mit Sicherheit! Zahlen lügen nicht.

Und jetzt mal ernsthaft. Zahlenmystik ist mindestens genauso glaubhaft wie Homöopathie. Oder Wünschelruten. Oder Perpetua mobilia. Oder eine Scheibenerde. Oder [beliebigen-Quark-hier-einfügen]. Wenn irgendetwas auf der Welt unmystisch ist, dann gehören mit Sicherheit Zahlen dazu. Außer “42”. Aber das ist eine andere Sache.

Und nun? Ist das das Ende dieses Blogs? Man wird sehen.

Warum ich jetzt jeden Beitrag mit “Warum” beginne

(Der Titel ist mindestens so bescheuert wie die Frage “Darf ich Ihnen eine Frage stellen?”)

Wenn ich mir den digitalen Nachrichtenblätterwald so ansehe, habe ich immer öfter den Eindruck, dass die Schreiberlinge denken, ich sei komplett verblödet. Und ich rede jetzt nicht einmal von den überall lauernden Klickködern (“click baits”) sondern von ganz normalen Texten auf ehemals ganz normalen Webseiten. (Zum Clickbait komme ich später noch einmal.)

Waren die frei verfügbaren Inhalte von (digitalen) Zeitschriften und Magazinen vor wenigen Jahren informativ und umfassend, beschränkt sich das heute nur noch auf eine reißerische Überschrift (die oftmals mit “Warum” anfängt), einen dürftigen Inhalt (der oft schon vom Thema her recht arm an  Spannung ist), eine oftmals aus anderen freien Quellen nahezu eins zu eins kopierte (Teil-) Nachricht und einen Schreibstil, der jeden Old School Journalist in unendliche Facepalms verfallen lässt. Über die unglaublich bescheuerten Rechtschreibfehler, die missliche Verwendung von coolen Termini sowie Nebenschauplätze wie Interpunktion, Grammatik und alles andere was man so mit Linguistik in Verbindung bringt, rede ich lieber nicht. Ebenfalls extrem bescheuert finde ich den Umstand, dass mich ein Verfasser einfach duzt. Mag dies in einem Blog noch passen, so bin ich diesem Duzen in einem halbwegs sachlichem Medium wie einer Zeitung eher abgeneigt.

Noch einmal: Ich rede jetzt nur von den frei verfügbaren Inhalten von digitalen Zeitungen und Zeitschriften sowie Magazinen. Ich weiß nicht, wie die Qualität von Kauf-, Abo- und Bezahl-Zeitungen ist. Ich werde es auch niemals herausfinden, da ich niemals für Lese-Inhalte im Internetz bezahlen werde. Niemals.

Ich glaube, das alles hat angefangen mit den oben erwähnten “Clickbaits”. Clickbaits: Das heißt übersetzt “Klickköder”. Navigation im Internetz besteht praktisch nur aus Links. Ein Klick auf einen Link bedeutet für den Anbieter im besten Fall, dass er Geld dafür bekommt. Eine reißerische Überschrift (hinter der sich ein Link verbirgt), bekommt natürlich viele Klicks, da wir Menschen anscheinend ein wenig neugierig sind. Zugegeben, ich habe früher auch auf diese Überschriften geklickt. Ich war so naiv, dass ich noch an das Gute im Menschen geglaubt habe (blah blah). Inzwischen gibt es so extrem viele “hyperbolic headlines”, dass ich einige Webseiten komplett aus meinem Leben gestrichen habe. Es macht einfach keinen Spaß mehr. Lediglich mein Ad-Blocker im Browser freute sich ein Bein ab: Ein Dutzend blockierte Elemente pro Seite ist eine Hausnummer.

 

Ach ja, wenn ich an Clickbait denke, denke ich unweigerlich an die Webseite “heftig.co”. Dort wurden seinerzeit meine ersten (wegen der Überschriften) hochgesteckten Erwartungen an interessante Artikel zunichtegemacht. Wer nun ein wenig im weltweiten Web stöbert, findet bestimmt schnell heraus, wer inzwischen viele Anteile an diesem Portal bzw. dessen Betreibergesellschaft besitzt … Erstaunlich, nicht wahr?

Letztens, als ich schlau sein wollte

Vor einiger Zeit habe ich mir ein Digitalradio -Radio (“DAB+”) gekauft. Nicht, dass ich zwingend Radio hören will. Ich kann Radio nicht ausstehen und bekomme nach wenigen Minuten schon mittelmäßig einen an der Mütze von dem Geblubber. Aber meine Frau denkt da ganz anders. Sie findet es toll, wenn den ganzen Tag über beiläufig das Radioteil dudelt. Sie bekommt aber mittelmäßig  einen an der Mütze, wenn der Empfang mal wieder so schlecht ist, dass es knarzt und rauscht und man nichts versteht. Weil man den Frauen ja immer jeden Wunsch erfüllen sollte Weil ich so technikbegeistert bin, habe ich mich daher schon vor einiger Zeit zum Kauf eines “DAB+” -Radios entschlossen.

Irgendwie fristet digitales Radio ja inzwischen ein Nischendasein. Vor wenigen Jahren hochgelobt, verschwindet es (in meinen Augen) mehr und mehr in der Versenkung. Aber da ich auch Nischenprodukte ausprobiere (ich hatte tatsächlich einmal einen Minidisc-Recorder, ein sauteures DAT-Gerät und hab meine Videos auf Betamax geguckt), war ich natürlich gespannt auf die erste Inbetriebnahme.

Radio eingeschaltet, Sendersuchlauf gestartet und wenige Sekunden später hatte ich digitales Radio. Und der geniale Nebeneffekt: Man braucht nicht einmal die Uhr im Radio zu stellen, das geht automatisch! Das war dann aber auch alles an Vorteilen. Der Rest ist lediglich zum Erbrechen. Klar, der Empfang ist klar. Da rauscht und knarzt nix. Wenn die Antenne keinen Empfang hat, bleibt das Radio einfach stumm.

Wir haben (wie wohl überall in NRW) lediglich 24 Sender. Einige große Bekannte sind darunter. Die meisten Sendernamen habe ich allerdings noch nie wirklich gehört.

Und, Moment mal: 24 Sender in der digitalen Welt? 24? Vierundzwanzig? Ich hätte wohl lieber vorher mal das Handbuch über das digitale Radio lesen sollen. Arbeitet man sich tiefer in die Materie ein, findet man eine völlig verworrene Geschichte. Eigentlich sollte UKW schon längst abgeschaltet sein, zugunsten vom digitalen Radio. Eigentlich ist ein Parallelbetrieb von digital und analog eine Verschwendung von Gebühren. Eigentlich ist digitales Radio aber im Endeffekt billiger als UKW. Eigentlich gibt es Radiosender, die digitales Radio fürchten und lieber auf Internetradio setzen (?). Eigentlich ist digitales Radio in Deutschland recht unbekannt und wird in meinen Augen auch nicht wirklich beworben. Und so weiter und so fort. Das Internetz ist voll von Beiträgen, die mich ratlos und manchmal ein wenig wütend zurückgelassen haben. Die ganze digitale Show läuft jetzt schon seit Jahren und niemand kommt wirklich aus dem Quark.

Mein Fazit: Der Kauf vom ultratollen Radiogerät war ein Griff ins Klo. Die einzigen Vorteile sind, dass ich eine Uhr habe, die sich automatisch einstellt und eine Frau, die wieder mal ein Stückchen glücklicher ist, weil sie rauschfrei hören kann. Oder könnte. Wir haben das Teil nämlich außer Betrieb genommen. Es hat für uns keinen Bedarf, weil wir festgestellt haben, dass wir 100000++ Radiosender auch über Amazons Alexa Anbindung an TuneIn hören können.

Wir haben also wieder einmal gut ein Kilo Elektroschrott produziert. Was mich dann spontan zum nächsten Thema bringt, das ebenfalls ein enormes Ärgerpotential bereithält: “DVB-T2”. Aber das ist eine andere und noch viel, viel ärgerliche Geschichte …

Umzug

Kaum ist man monatelang in der Namib, schon passiert in Oberhausen genauso viel Spannendes wie in der namibischen Wüste: Null. Fast möchte ich behaupten, dass eine Wüste wesentlich spannender ist als Oberhausen.

Damit wenigstens wieder ein bisschen Leben in die Sache kommt, habe ich in der Zwischenzeit meine ganzen Blogs konsolidiert. Alle anderen Blogs verlieren hiermit sowohl ihre Gültigkeit als auch ihre Berechtigung auf ein digitales Dasein. Ich werde im Laufe der nächsten Tage (Wochen?) alle URLs auf diese Adresse umbiegen. Die uninteressantesten Blogs nehme ich komplett heraus. Kräht kein Hahn mehr nach.

Heck in der Eck

Der einsame Auflieger am Strekadener Volkspark rostet und grünspant seit Jahren vor sich her. Ich dachte, er sollte hier im Blog mal einen Platz bekommen:


(Gebrüder Heck war das Möbelgeschäft vor Porta, Finke und bald vermutlich Segmüller am einzig wahren Parkplatz in Strekade.)

Erinnerungstag

Heute ist Erinnerungstag. Sag ich einfach mal so …

Wie viele Verwandte hast du? Mache dir eine Liste von all deinen Verwandten.
Dann schreibe daneben, wann du sie das letzte Mal gesehen hast. Oder besucht hast. Oder mit ihnen gesprochen hast.
Wie viele Verwandte sind in den letzten Jahren gestorben? Hattest du vorher noch die Gelegenheit sie zu besuchen und mit ihnen zu reden?

Ist es nicht erstaunlich, dass man viele Verwandte schon seit Monaten oder gar Jahren nicht gesehen hat?
Ist es nicht frustrierend, dass einige schon tot sind und in Vergessenheit geraten sind?
Ist dein Leben wirklich so spannend und aufzehrend, dass du keine Zeit mehr für deine Verwandten hast?

Und nun schreibe in deine Liste, wann du deine beinahe vergessenen Verwandten mal anrufst oder ihnen spontan einen Besuchs abstattest. Oder ihnen wenigstens noch ein Blümchen aufs Grab legst.
Nimm dir vor, dass du diese Liste bis zu einem bestimmten Zeitpunkt abgearbeitet hast.

Wenn du damit fertig bist, mache dir eine neue Liste mit deinen Freunden und Bekannten und „arbeite“ sie auch ab.

Und wenn du dann damit fertig bist, fange wieder von vorne an.

Dein Leben dreht sich wahrlich nicht nur um dich. Du musst auch Zeit für diejenigen investieren, die dir mal lieb und/oder wichtig sind/waren.

Jeder Tag sollte ein Erinnerungstag sein.