Bye bye Kaufhof!

Heute war ich zum letzten Mal im Kaufhof an in der Marktstraße. Er schließt zwar erst morgen, aber ich war heute das letzte Mal in meinem Leben dort.

kaufhof

Es gab noch einige letzte und traurige Reste an Waren, hoffnungslos durcheinander, kreuz und quer. Vieles ist schon nicht mehr da, wo es bis vor kurzem noch hingehörte. Man kann aus der ersten Etage nach draußen gucken. (Sind diese Fenster eigentlich jemals von innen geputzt worden?) Die Rolltreppen rollern als sei nichts gewesen, der Aufzug zieht auf und nieder wie eh und je, die Verkäufer (m/w) verkaufen wie wild und so viel wie schon lange nicht mehr.

Und doch sind es die letzten Stunden im Leben des City-Kaufhofs. Praktisch gesehen “Leichenfledderei”. Denn tot war der Kaufhof schon länger, das war schon vor einigen Jahren absehbar. Es war letztlich nur eine Frage der Zeit.

Was bleibt? Für mich bleiben 35 Jahre Erinnerungen an den Kaufhof:

Die Hotdog-Bude am Eingang an der Helmholtzstraße (viel Frikandel mit noch mehr Ketchup).
Die Spielzeugabteilung, die anscheinend jedes Jahr in einer anderen Etage war (früher war sie natürlich vieeeeel größer, für mich als Kind). Ich habe dort Stunden verbracht, mit Murmeln gemurmelt, Keyboard spielen gelernt und meinen ersten Wurli gekauft (Wurm mit unsichtbarem Nylonfaden, der sich nach 20 Sekunden hoffnungslos verknotet hatte).
Die Ladendetektive, die schon fast stadtbekannt waren.
Der wackelige Boden der ersten Etage. Er hat manchmal geschwankt wie bei einem Erdbeben.
Der Schuhmacher, der zuletzt in der unteren Etage und dann plötzlich ganz weg war.
Die Rolltreppen, die man anhalten konnte, wenn man mit Schmackes auf das untere Podest sprang.
Der Zwischenraum zwischen der ersten und der zweiten Eingangstür, wo früher ein lauter Wind wütete, im Sommer eiskalt, im Winter schön warm.
Der Hausmeister, der selbige Türen abends abschloss, nicht ohne vorher die letzten Kunden persönlich zu verabschieden.
Die Metallmülleimer mit dem Loch in der Mitte, auf denen man herrlich trommeln konnte.
Die verschiedenen Schwachköpfe, die im Laufe der Jahre diverse Dinge vom Parkhausdach warfen (unter anderem einen Autoreifen).
Das Restaurant, wo ich in den Jahren wohl mehr als einen Hektoliter Kaffee getrunken habe.
Die riesigen Spielzeugfiguren im Schaufenster zur Weihnachtszeit.
Und so vieles mehr…

Und was bleibt noch? Nichts. Die Marktstraße ist ab dem 16. Juni, abends, seit dem 16. Juni noch etwas mehr tot als vorher. Der Einkaufs-Mittelpunkt der Stadt ist jetzt total flöten gegangen. Egal was in das Kaufhofgebäude einziehen wird, es wird das gleiche Schicksal erleiden wie die Geschäfte drum herum. Und ein Shop-In-Shop-System hat schon bei der Markthalle nicht geklappt. Sehe ich das alles zu düster? Nun, wir werden sehen…

Einen kleinen Beitrag dazu gibt es auch in den News auf meiner Homepage.

Eine Antwort auf „Bye bye Kaufhof!“

  1. RIP Kaufhof. – RIP Marktstraße…

    Nein, du siehst es nicht zu düster.
    EIN großes Geschäft wird sich für die Lage nicht interressieren, NOCH EIN (leeres) Shop-in-Shop ist so sinnvoll wie ein zweiter Ersatzreifen. (die ja sowieso immer mehr abgeschafft werden).

    Aber warum kein neues großes Geschäft? Weil es keines gibt!
    C&A, Kaufhof, P&C, sind im Centro vorhanden. Wenn sie nicht sowieso schon aus der Marktstraße wegggezogen sind, werden sie kaum in diese verwaiste Zone hinziehen.

    Was ist das Ergebnis? Eine Huhn/Ei Situation. (Nein Ulli, nicht du!)
    Solange es keinen großen Magneten für die Marktstraße gibt, sterben bald auch die kleinen Geschäfte aus.
    Und wenn die GEFAHR besteht, das diese aussterben und somit das Publikum eh wegbleibt, wird kein Unternehmen auch nur den hauch eines Gedankens an eine mögliche Ansiedelung in der City verschwenden. Die Konzern-Oberdruiden werden einmal durch die Umgebung watscheln (lassen) und (nach dem ein Notarzt die folgen des Lachanfalls kuriert hat) dann abwinken. Ohne dank.

    Die Media Markt / Saturn braucht Parkplätze (mal abgesehen das sie schon im Centro sitzen – Für nicht Insider: Media Markt und Saturn gehören zum gleichen Konzern)
    Karstadt gibts nicht mehr. Für einen Baumarkt zu klein.
    Also? Welches Kaufhaus könnte jetzt noch da rein?

    Mir fällt nur eine Option ein: Real. und mann könnte in der City sogar wieder mal in einer entsprechend grösseren Auswahl Lebensmittel kaufen.
    Wenn sich jetzt Real mit den umliegenden Geshcäften zusammentun würde und man ein Gentleman Agreement findet, sich nicht gegenseitig die Kundschaft zu versauen, könnte das sogar klappen.
    Und dann könnte man den Real-Slogan erweitern…
    Marktstraße Oooooo Einmal hin, wirklich restlos alles drin!!!

    Sarkasmusmodus ON!
    Alternative: wir machen darin einen Arbeitsmarkt auf.
    Dort könnten wir dann alle Arbeitslosen verkaufen, bis Oberhausen keine mehr hat.
    Damit würden wir dann das Schuldenproblem endlich für immer lösen.

    Sarkasmus Ende!

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