Dinos in Vonderort

In der Nordhälfte vom Revierpark Vonderort soll ein Dinosaurierpark entstehen. Ein Geschäftsmann plant, dass ein Teil des Parkgeländes umgebaut wird. Es soll dort eine kostenpflichtige Ausstellung mit Modellen von Dinosauriern entstehen.

Mein erster Gedanke war: What?

Aber ich fange mal vorne an. Eigentlich wollte ich Archäologe werden (ernsthaft!). Und das kam so: Als Grundschüler bekam man von der Schule Sparkasse eine Spardose. Den Schlüssel dazu hatte nur die Lehrerin. Sobald die Dose voll war, wurde die Dose von der Lehrerin geleert und das Geld wurde auf das Sparkassenbuch eingezahlt. Im Gegenzug bekam man eine Anzahl kleiner selbstklebender Sammelbildchen, die man in (eigens dafür zu erwerbende) Sammelalben kleben konnte. Mein erstes Sammelalbum war irgend etwas mit “Urzeit”. Dort konnte man diese riesigen Dinos sehen. Und Urzeitfische, –pflanzen, –vulkane und das ganze andere Zeugs. Ich sparte wie blöde, nur um das Album zu komplettieren. (Mein zweites Album war übrigens etwas über das Weltall. Es war lange nicht so interessant wie das über die Urzeit.)

Irgendwann stand dann der erste Besuch im Traumlandpark in Kirchhellen an. Vielleicht war das auch Feldhausen? Dort gab es neben der legendären Maikäferbahn (anyone???) auch den Dinosaurierpark mit meist lebensgroßen Modellen von Dinos. Damals konnte ich noch alle wissenschaftlichen Namen aufsagen. Dennoch war der erste Besuch dort einschneidend für mein weiteres Interesse an Dinos: ich habe es ganz einfach verloren. Die Modelle haben mir einmalig gezeigt, wie die Dinger in echt ausgesehen haben mögen. Und man konnte sie anpacken und hat gefühlt, dass sie nicht echt waren. Nur Plaste und Beton. Es ging keine Gefahr von ihnen aus. Sie waren seltsam kalt und uninteressant. Seit diesem Tag haben mich Dinos nicht mehr sonderlich interessiert. Ich war 8 Jahre alt.

Als 15 Jahre später Jurassic Park im Kino lief, war ich wieder beeindruckt von der Technik, aber nicht von den Dinos an sich. Auch die folgenden unendlichen Sequels und Remakes erregten nicht gerade mein Interesse.

Heute gehe ich ab und an mal in das Naturkundemuseum im Quadrat in Bottrop. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Besucher sich dorthin verirren. Obwohl es dort warm ist und es keinen Eintritt kostet.

Vor diesem Hintergrund sehe ich den geschäftlichen Erfolg der Idee eher kritisch. Ich glaube, die Zeit der Dinos ist vorbei. Wenigstens für mich persönlich 🙂norden

Ich möchte die Idee nicht schlechtreden. Alles, was in Vonderort geändert wird, sollte man zunächst mal positiv sehen. Schlimmer kann’s nun fast gar net kommen. (Ich berichtete schon mehrmehrmals über den Zerfall in Vonderort und wie traurig mich das alles macht. Im Besonderen finde ich die Nordhälfte inzwischen katastrophal, den Sauna- und Badebereich mal ausgenommen.)

Klar, eigentlich war das Konzept der Revierparks damals ein anderes. Es sollte eine kostenlose Kultur- und Parklandschaft für die Bevölkerung entstehen. Dem steht eine kommerzielle Nutzung schon etwas entgegen. Das ursprüngliche Konzept der Revierparks ist aber schon 40 Jahre alt. Vielleicht sollte man umdenken.

Mein Fazit: Wenn nicht zu große Wald- und Wiesenflächen eingezäunt werden, der Eintrittspreis nicht zu hoch ist und der Dinopark zusätzlich mit öfters wechselnden Attraktionen lockt, würde ich den Plan begrüßen. Wenn allerdings einer dieser Parameter nicht stimmt, bin ich vor allem dem langfristigen Erfolg der Unternehmung etwas pessimistisch gegenüber eingestellt.

Und zunächst muss man sehen, ob der Plan überhaupt konkretisiert wird… (Das ewige Thema und inzwischen der Running Gag in Oberhausen.)

2 b continued.

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