DerUli

Mai 172012
 

Diese reißerische Überschrift fasst alles zusammen, was wir alle seit Jahren wissen und was niemand so wirklich wahrhaben möchte. Seitdem im Internetz die lange Oberhausener Sparliste veröffentlich wurde, schreit die halbe Stadt auf und erregt sich darüber und macht mehr oder weniger sinnige Vorschläge. Die andere Hälfte hat sich damit abgefunden und guckt beinahe lethargisch zu.

Wer extrem viel Geld sparen möchte muss auch heftige Einschnitte hinnehmen. Es wird bei jedem der über 200 Punkte auf der Sparliste irgend jemanden geben, der aufschreit. Ein anderer lächelt nur müde darüber. “Der Kaisergarten soll Eintritt verlangen?” Der eine fällt darüber in Ohnmacht, der andere war noch nie dort, daher juckt’s ihn auch nicht.

Der Punkt ist in meinen Augen folgender: Jeder in Oberhausen wird in den nächsten Jahren mehr oder weniger von den Sparplänen betroffen sein, das ist unbestreitbar. Die Frage, die ich mir allerdings stelle ist: “War diese Entwicklung in den letzten 15 Jahren eigentlich nicht vorhersehbar?” Ich erhoffe mir von einer Stadtspitze, dass sie eine Stadt führen kann. In allen Belangen. Mitunter auch mit rechtzeitig greifenden, harten Einsparplänen an schmerzhaften Stellen. Über 15 Jahre verteilt wäre das nicht so schlimm gewesen wie zukünftig in der Hälfte der Zeit. Nun ist es zu spät. Jeder wird bluten müssen. Richtig treffen wird es natürlich meist diejenigen, die eh schon wenig haben oder die am wenigsten dafür können (Kinder) oder die nicht mal eben aus dieser Stadt verschwinden möchten oder können.

Ich “erspare” mir an dieser Stelle auch Vorschläge zur Einsparung, wie sie zur Zeit von der Stadt von den Bürgern erbeten wird. Ich zerbreche mir nicht mehr den Kopf darüber. Ich erwarte einfach mal von “meiner” Stadt, dass sie ihren Haushalt selbst im Blick hat. So unendlich kompliziert kann es nicht sein. Wie wäre es, wenn mal ein paar tüchtige Hausfrauen die Bude schmissen? Diese müssen nämlich jeden Tag und jede Woche und jeden Monat sehen, wie sie mit ihrem Budget auskommen. So verrückt finde ich die Idee gar nicht mehr in der jetzigen Lage.

Ach ja: ist mal jemandem aufgefallen, dass die Wahl gerade mal ein paar Stunden vorbei ist??? Das ist bestimmt nur ein Zufall. Honi soit qui mal y pense…

Apr 152012
 

Wir wollen ja nicht immer nur über Oberhausen meckern. Der (relativ) neue Spielplatz an der Altenberger Straße wurde letztens von unseren Kindern auf Tauglichkeit getestet. 2 von 3 Kinder waren dabei recht angetan vom Spielspaß. Der gesamte (Spiel-)Platz besteht aus Sandboden, das Umfeld aus Rasen. Und das Kletternetz ist sicherlich der Höhepunkt.

spielplatz

Die Lage des Platzes ist einigermaßen in Ordnung. Etwas mehr Schutz zur stark befahrenen Altenberger Straße wäre gut gewesen. Nach hinten gibt es ein großes Fußballfeld. Daneben einige Rundwanderwege bis hin zum Bero.

Für kleinere Kinder gibt es nicht so viel Betätigungsfelder. Der Spielplatz ist (noch) ziemlich sauber, obwohl es nur einen einzigen Mülleimer gibt. Es gibt auffallend viele Kinder, auch bei schlechterem Wetter. Soziale Kontakte können also gut geknüpft werden Zwinkerndes Smiley

Zusammenfassend ein toller Spielplatz, von dem es mehr in Oberhausen geben sollte. Unsere Kinder haben entschieden: da sind wir jetzt öfters. Und wer, wenn nicht die Kinder, könnte einen Spielplatz besser beurteilen?

Ach ja: das umzäunte Biotop ein paar Meter weiter weg sieht aus wie ein Müllhaufen. Da könnte man mal etwas tun! Wir behalten das mal im Auge und weisen die entsprechenden Stellen schriftlich darauf hin.

Apr 072012
 

Trotz Dioxineier-“Skandal” und Spritpreis-Wahn wünsche ich allen Bewohnern des Internetz frohe Ostern und ein paar ruhige Tage Smiley

Apr 062012
 

Das Bero wird größer. Bis Ende 2013 soll ein Anbau das Bero um 1 Hektar erweitern. Neben einigen kleineren Geschäften wird der Media Markt dort einziehen. Außerdem gibt es dann ein Parkhaus, weil für den Anbau ein Teil des Parkplatzes dran glauben muss.

Was halten wir nun davon? Ich sage einfach nur “Klasse!”. Das Bero hat in den letzten 30-40 Jahren alles richtig gemacht. Angefangen von den kostenlosen Parkplätzen, dem gelungenen Branchenmix, dem eingebauten Regenschutz, den kostenlosen Toiletten (inklusive Wickelraum) bis hin zu den relativ einheitlich geregelten Öffnungszeiten gibt es nichts zu meckern. Das Bero ist nicht übermäßig groß, so dass man sich nicht die Hacken wundlaufen muss wenn man zurück zum Auto möchte, weil die Frau mal wieder etwas vergessen hat :)  Für den täglichen Bedarf ist alles vorhanden. Die Theorie, dass man heutzutage Umsätze nur noch über ein “Einkaufserlebnis” generieren kann, wird am Bero wohl bestätigt (wobei ich persönlich diese Theorie eher kritisch betrachte).

Ich persönlich bin gerne im Bero. Verglichen mit der Innenstadt (Schauder!) oder anderen Einkaufszentren in der näheren Umgebung ist das Bero eine Perle.

So, genug Lobhudelei Zwinkerndes Smiley

Apr 052012
 

Jawohl, es ist endlich das passiert, was ich seit laaaanger Zeit erhofft habe (und als eine Aufwertung des Oberhausener Nachtlebens empfinde): Der Music Circus Ruhr (MCR) kommt zurück!

Zwar nur für eine einzige Nacht, aber immerhin. Es wird in den Mai getanzt, an der Lindner Straße (ein paar Meter neben dem ursprünglichen Standort). Und alle so: “Yeah!!!”

Meine Fresse, was haben wir dort gestanden, gelegen, gezappelt, angeheitert bis komatös, gelacht, geheult, gekotzt, uns von den Eltern abholen lassen, 5 Stunden nach Hause getorkelt auf der Mülheimer Straße, zur Emscher hochgelaufen, einsam im Dunkeln gestanden und auf den Bus gewartet, im Disco-Blink-Strobo-Zappel-Licht gechilled und so weiter… :) Kann sich noch jemand erinnern?

Ich hoffe, der MCR wird wieder eine regelmäßige Veranstaltung. Und vielleicht kommt das Blue Moon (die große und damals modernere Konkurrenz) auch noch mal zurück? Ja, bitte, ich bin dabei!

Mrz 302012
 

In den letzten Tagen haben viele Medien mehr oder weniger schlecht über die Stadt Oberhausen berichtet. Als notorischer Nörgler muss ich natürlich auch meinen Senf dazugeben.

Aufhänger der negativen Berichte war sicherlich die Meldung, dass Oberhausen die höchstverschuldete Stadt Deutschlands (pro Kopf) ist. Dazu kamen dann noch einige Aussagen zum Solidarpaket, einige Bilder von Leerständen in der City und grauen Hinterhöfen sowie einer Bettensteuer. In der zusammenhanglosen Mischung ergibt das ein relatives dunkles Bild von Oberhausen.

Und nun? Ich denke, dass Oberhausen nicht wirklich sehr viel anders als andere Ruhrgebietsstädte ist. Grau und Grün, Leerstand und florierender Einzelhandel, Überverwaltung und hoffnungslos ausgelastete Verwaltung gibt es überall. So gesehen mache ich mir keinen großen Kopf über diese negativen Berichte. Darüber wird Gras wachsen.

Dennoch: Da gibt es die andere Seite. Und das sind die Menschen. Ich glaube nicht, dass es noch viele alte Oberhausener gibt, die gern in “ihrer” Stadt wohnen.
[Depressiver Polemik-Modus EIN]
Es hat sich zu viel verschlechtert. Es ist zu viel abhanden gekommen. Es gibt zu viel unsinniges neues. Die Verwaltung nimmt man nicht mehr ernst. Man sieht zu und lächelt müde oder ärgert sich im stillen. Es macht keinen Sinn, die Initiative zu ergreifen, da man all dem nur noch gefühlt ohnmächtig gegenübersteht. Oberhausen plätschert in den meisten Bereichen (die den Durchschnittsbürger betreffen) vor sich her. Man ist froh, wenn wieder mal ein Tag geschafft ist.
[Depressiver Polemik-Modus AUS]

Den Ort Oberhausen kann man inzwischen getrost auf das Centro, den Scheibengasbehälter und den Kaisergarten reduzieren. Wesentlich mehr Höhepunkte gibt es in meinen Augen nicht. Burg Vondern? Das Theater? Waldgebiete? Schloss Oberhausen? Anthony-Hütte? Sterkrader Wochenmarkt? Vonderort? Oder gar die Innenstädte? Dies alles sind inzwischen relativ unspannende Dinge. Soll man Sterkrade und Osterfeld (und die vielen kleineren Stadtteile) überhaupt noch zu Oberhausen zählen? Würde ein Holtener sagen, dass er ein Oberhausener ist? Oder wäre er, wenn überhaupt, vielleicht sogar lieber ein Duisburger? Die Idee, dass Oberhausen einer anderen Stadt eingemeindet wird, war gar nicht so schlecht. Es würde zumindest nicht schlimmer kommen. Außer, dass Oberhausen nur noch ein Stadtteil einer anderen Stadt ist. So what? Dann müssen wir halt alle unsere Visitenkarten ändern.

Noch einmal: Ich behaupte nicht, dass Oberhausen besser oder schlechter als andere Ruhrgebietsstädte ist. Ich glaube, in Gelsenkirchen oder Duisburg oder Herne oder wo auch immer würde ich mich über viele Dinge genau so aufregen wie in Oberhausen. Oberhausen ist komplett pleite. Das sind andere Städte auch. Oberhausen hat ein paar Standortvorteile (Centro, Gewerbegebiete, Autobahn). Das haben andere Städte auch. Ich habe einfach nur für mich persönlich feststellen müssen, dass ich nicht mehr gerne in Oberhausen lebe. Ich verstehe viele Entscheidungen der Verwaltung nicht mehr. Das Oberhausen, in dem ich groß geworden bin, gibt es für mich nicht mehr. Viele Menschen bestätigen mir diese (meine) Meinung. Es kann also nicht nur an meiner senilen und altmodischen Einstellung liegen. Oder erwarte ich einfach zu viel???

Wo sind die mutigen Verantwortlichen, die sich hinstellen und sagen “Hey Leute, wir geben es ungern zu, aber wir haben in den letzten Jahren ziemlich viel verdaddelt. Bitte helft uns aus dieser Misere herauszukommen. Schickt uns Tipps, wo und wie wir sparen können und wie wir nun generell verfahren sollen. Wir werden jede Einsendung persönlich prüfen und wir hoffen, dass wir uns gemeinsam aus dem Sumpf ziehen können.” Aktionen wir zum Beispiel “Super-Sauber-Oberhausen” sind ja schön und gut. Allerdings bieten sie keinen wirklichen Anreiz. Ich würde mich regelmäßig daran beteiligen, wenn mir dafür (beispielsweise) ein Jahr die Hundesteuer erlassen würde (abgesehen davon, dass ich  überhaupt keinen Hund habe). Der Stadt geht dadurch die Hundesteuer flöten, spart aber an anderer Stelle an der Stadtreinigung. Was bringt wohl langfristig mehr?

Und wann werden eigentlich ernsthaft die ersten Bürgerparteien gegründet? Oder sind Frustlevel und Resignation bereits zu hoch? Gibt es keine Idealisten mehr? Wer es kann, verlässt Oberhausen wie das sinkende Schiff? Oder bin ich wirklich senil und altmodisch und gehe nicht mit der Zeit? Frage dich erst einmal, was deine Stadt für dich tut und danach frage dich, was du für deine Stadt tun kannst.

Wie geht es weiter? Um es kurz zu fassen: Ich denke, dass das Centro langfristig die neue Stadtmitte von Oberhausen werden wird. Die Marktstraße wird höchstens noch eine Flaniermeile. Sterkrade und Osterfeld kochen ihre eigene Suppe und werden sich auch in den nächsten 30-50 Jahren nicht als “Stadt”-Teil von Oberhausen sehen. Die Verwaltung wird weiter abgebaut. Ich glaube, Oberhausen wird Vorreiter der digitalen Politik werden. Alles macht man nur noch online. Auch Privatisierung wird ein großes Thema sein.

Und verwaltet wird Oberhausen anteilig von den Nachbarstädten Smiley Brave New Oberhausen.

Mrz 302012
 

Brillenkauf ist Vertrauenssache. Habe ich bis vor kurzem auch geglaubt…

Meine vorletzte Brille hat im lokalen Fachhandel 250 Euro gekostet. Das ist schon die untere Grenze für eine annehmbare Brille. Lieferzeit war > 1 Woche. Zubehör: Brillenputztuch.
Meine letzte Brille habe ich online bestellt. Für 65 Euro! Lieferzeit war 3 Tage. Zubehör: umfangreiches Set aus Reinigungsmitteln, Werkzeug, Etui, Putztuch.

Beide Brillen sehen faktisch gleich aus, wiegen gleich viel und wenn man es nicht weiß, kann man sie kaum unterscheiden. Mit dem Unterschied, dass die Brille aus dem Fachhandel schon längst einen Defekt an den Scharnieren hat und das extra kratzfeste Glas schon nach wenigen Stunden feine Kratzer aufwies.
Vermutlich wird die “Online-Brille” bald auch Kratzer haben und kleinere Defekte aufweisen, da ist es mir aber wesentlich egaler, immerhin hat sie nur etwas mehr als ein Viertel der “Fachhandel-Brille” gekostet.

Mein Tipp daher: Sehtest beim Augenarzt oder Optiker machen. Brille online bestellen und glücklich sein Smiley

Mrz 242012
 

Und schwupp! da war alles weg: Das Pacellihaus, das Gemeindehaus, die GOT, die Treppe auf der man als Kind herumgelungert hat, die düstere Fassade, der Straßennamen und einhundert Kindheitserinnerungen.

pacelli

Das Pacellihaus stand nun ein paar Jahre leer. Man ahnte natürlich, dass es abgerissen wird. Es war marode und eine Sanierung konnte finanziell nicht gestemmt werden.

Ich habe noch letztes Jahr versucht, Fotos von innen zu machen, das wurde mir aus versicherungstechnischen Gründen leider untersagt. Ok, dann bleiben es halt nur Erinnerungen.

Im gleichen Atemzug wird die Pacellistraße umbenannt in Christoph-Schlingensief-Straße. Und das finde ich richtig gut. Immerhin war Christoph öfters mal in der Herz-Jesu-Kirche, die Apotheke am Markt gehörte seinem Vater und überhaupt sollte Oberhausen etwas stolzer auf Christoph sein.

Wie auch immer, das Pacellihaus ist nun bald Geschichte und mit ihm auch viele Erinnerungen. Gebaut werden dort Seniorenwohnungen (What? Schon wieder welche?)

Bye bye und No Panik Zwinkerndes Smiley !

nopanik

Feb 192012
 

Jetzt habe ich endlich mal einen E-Book-Reader (Kindle). Den gab’s sehr günstig zu einem Zeitschriften-Abo dabei.

Ich habe das Ding nun schon über einen Monat. Und was soll ich sagen? Ich kann die E-Book-Euphorie natürlich nicht so wirklich teilen.

Erst mal die Vorteile: Hunderte Bücher auf kleinem Raum. Akku hält ewig. Download von Inhalten geht rasend schnell. Displaydarstellung ist sehr schön lesbar.

Jetzt die Nachteile: Ich habe noch nicht ein einziges Buch zu Ende gelesen. Irgendwie ist das nicht das gleiche, wenn man ein paar Bits statt Papier in den Händen hält. Mir fehlt die Schwere eines Buchs und die Möglichkeit, hundert Seiten in ein paar Sekunden zu überfliegen und die wichtigen Stellen herauszupicken. Anscheinend ist es einfach eine Glaubensfrage ;)

Das Ding steht jetzt im Regal und dient als Bild (wenn man’s ausmacht, kommen abwechselnde Standbilder in die elektronische Tinte). Hm, war das im Sinne des Erfinders?

Feb 192012
 

kinderkarneval

Natürlich waren wir auch dieses Jahr mit den Kindern auf dem Ost-Erfelder Kinderkarnevalszug. Und natürlich waren auch dieses Jahr die älteren Leute dort, bewaffnet mit einem Stapel Plastiktüten und umgedrehten Schirmen. Sie haben bis aufs Blut um den bunten Plastikball gekämpft, sich vor die Räder der Wagen geworfen und die Prinzen persönlich um Bonbon-Almosen gebeten.

Ich frage mich ernsthaft, was die mit dem ganzen Klimbim und den harten Klümbskes das ganze Jahr über machen? So viel Enkel können die gar nicht haben.

Helau!