Termini von G bis L

Gedöns
Auch: Gedöne. Überflüssiger Tand. Dinge ohne Sinn. Siehe auch "Rille-Ralles".
 
 
geflust bekommen
Einen geflust bekommt man, wenn man aus Versehen in die Steckdose packt, man also einen elektrischen Schlag bekommt.
 
 
Granien
Granien sind die offizielle Bezeichnung für Balkonblumen mit der (natürlich falschen) Bezeichnung "Geranien".
 
 
Hasenkolk
Dieser Begriff existiert nur in Oberhausen. Als Hasenkolk bezeichnete man damals die Waldflächen um den heutigen Kaisergarten.
 
 
Hengel
Ein Hengel (oder Hängel) ist eigentlich ein Henkel, z. B. an einer Tasse.
 
 
Huck
Was bei anderen Leute der "Söller" oder der "Balken" ist, ist in Oberhausen der oder das Huck, also der Dach- oder Spitzboden. Ich denke, dass "huck" von "hocken" kommt, weil man auf dem Dachboden nicht gerade aufrecht stehen kann.
 
 
Jöck
Wenn man auf Jöck ist, macht man die Umgebung unsicher. "Jöck" beschreibt einen Spaziergang oder einen Ausflug oder eine intensive nächtliche Tour mit reichlich Ethanol.
 
 
Kaffeeteute
Unschwer zu erraten: eine Kaffeekanne, meist getragen von den Bergleuten an einem Tau oder einer Kordel.
 
 
Kappes
"Kappes" bedeutet "Weißkohl". Die Bedeutung ist wohl von "Kopfsalat" abgeleitet, da "Kappes" auch "Kopf" bedeutet.
 
 
Kappeskrieg
Dieses Wort existiert nur in Oberhausen. Es entstand zu der Zeit, als Oberhausen einen neuen (zweiten) Stadtmarkt in Richtung Rathaus bauen wollte. Das brachte die eingesessenen Bauer auf dem Altmarkt so in Rage, dass sie streikten und ihren Kappes vor das Oberhausener Rathaus schütteten.
 
 
Karo
"Karo" bedeutet "Brot".
 
 
kigges
"Kigges!" bedeutet übersetzt "Guck' mal dort!". Wahrscheinlich kommt es aus dem Holländischen von "kieken".
 
 
Killen
"Dicke Killen" bedeutet mitnichten eine oder mehrere übergewichtige Personen um die Ecke zu bringen. Vielmehr sind "Killen" Brotscheiben oder Butterbrote allgemein. Dicke Killen sind also dicke Brotscheiben.
 
 
kiwig
Ein kiwiger Mensch ist ein notorisch frecher Dauernörgler. (Einmal kiwig, immer kiwig.)
 
 
Kläpperkes
Schuhe werden als "Kläpperkes" bezeichnet, wenn sie mehr oder weniger ihren eigentlichen Sinn verfehlen und einfach nur "schön aussehen sollen und dabei meist aufgrund ihrer Absätze ein klapperndes Geräusch verursachen". Kläpperkes werden daher überwiegend von jungen Frauen getragen.
 
 
Klümbskes
Abgeleitet von "Klumpen", "Klümpchen". Gemeint sind Bonbons. Auch: "Klümkes"
 
 
Klüngelspitt
Der Klüngels-Pitt oder Klüngelsmann fuhr mit seinem Laster durch die Straßen und sammelte Alteisen aller Art. Auch heute noch gurken einige Laster durch Oberhausen und machen mit einer lauten, komisch klingenden Melodie auf sich aufmerksam. Siehe auch "Pitter".
 
 
Knäppchen
Die (leckersten) Enden eines Brots bezeichnet man als Knäppchen. Eine zweite Bedeutung hat dieses Wort auch: "eint vort Knäppchen kriegen" bedeutet, dass man eine außergewöhnliche physische Belastung ertragen muss,... und zwar in Form eines Kinnhakens.
 
 
knärbeln
Wenn man mit den Zähnen knirscht, "knärbelt" man. Ebenso kann man das Knäppchen (siehe dort) von einem Karo (siehe dort) wegknärbeln, also genüsslich mit den Zähnen abschaben und im weiteren Verlauf einspeicheln und aufessen.
 
 
Knies
Ein Kind, das den ganzen Tag im Sandkasten gespielt hat, hat ganz bestimmt Knies unter den Fingernägeln und an anderen Stellen. Knies muss man in den meisten Fällen mühsam abkratzen, wegbeizen oder ausschneiden. Knies ist also hartnäckiger Schmutz.
 
 
Knipstein
Knipsteine findet man unter anderem in Modeschmuck aus dem Kaugummiautomaten. Knipsteine sind Plastik- oder Glassteinchen, die den Eindruck erwecken sollen, dass sie echte Edelsteine sind.
 
 
knirzen
Wenn man schnell wegläuft, um einer Sache zu entgehen, geht man "knirzen". Es bedeutet also so viel wie "schnell weglaufen, um einer Sache zu entgehen" :)
 
 
knöttern
Miesepetriges Schlechtmachen von allem und jedem. Wer knöttert hadert mit sich und der Welt. Knöttern bedeutet also "sich über irgendwie alles irgendwie aufregen".
 
 
knusselich
Alles, was in völliger Unordnung ist, bezeichnet man als knusselich.
 
 
köppern
Nicht ausrottbarer Aufnahmeritus männlicher Jugendlicher. Gemeint ist das überaus gefährliche und selbstverständlich verbotene "vom Brückengeländer per Kopfsprung in den Rhein-Herne-Kanal springen".
 
 
krösen
Wer herumkröst, beschäftigt sich mit nicht wichtigen Dingen, z. B. Urlaubsdias nach Größe ordnen.
 
 
Krööschen
Gesprochen:Kröös-chen. Wer ein Krööschen hat, hat eine heimliche Liebelei mit einer anderen/einem anderen. Landläufig ist das wohl die Vorstufe zu einem Seitensprung.
 
 
Kröpper
Im restlichen Ruhrgebiet so etwas ähnliches wie eine Taube. In Oberhausen dagegen ein Begriff für ein aus der Reihe tanzendes Kind oder aber ein Kind, das sich erheblich von seinen Geschwistern unterscheidet (praktisch das schwarze Schaf). 
 
 
kröchen
Ein böser Husten ist ein "Kröch", das Verb dazu heißt entsprechend "kröchen".
 
 
kuschdich
Was im Rest Deutschlands als Imperativ verwendet wird, ist in Oberhausen eher Adjektiv: "Er war sehr kuschdich gewesen." Bedeutet so viel wie: "Er hielt seinen Mund und verzog sich lieber in eine stille Ecke."
 
 
laff
Ein laffet Essen schmeckt fad, weil die Gewürze fehlen.
 
 
lepsch
Wer sich lepsch verhält, ist ein wenig kindisch. Das Wort kommt eher aus dem Kölner Raum ("läppisch"), vermute ich.
 
 
lilare
Farbbezeichnung. "Lilare Schuhe sind diesen Sommer aktuell." Eine sprachliche Steigerung ist dagegen bei der Verwendung von "rosa" möglich: "rosanere Schuhe".
 
 
Litsche
Gar nicht unnett gemeinte Bezeichnung für sein liebstes Mädchen. ("Meine Litsche hat gestern für mich gekocht.")
 
 
Lot
Maßeinheit. Ein Lot Kaffee ist soviel wie "etwas mehr als ein leicht gehäufter tiefer Kaffeelöffel" (ca. 20 Gramm).
 
 
lünkern
Ein Schüler, der bei einem anderen abguckt, "lünkert".
print