Nerv!enaufreibendes aus Oberhausen

 

Aktuelle Nervereien findet man auch in meinem Blog.

  • Ein Viertel Flutlicht weniger

Seit ein paar Tagen gibt es einen Riesen-Tammtamm um einen Flutlichtmast am Stadion. Das Teil ist ziemlich marode und droht abzubrechen, umzuknicken oder sonst etwas Schlimmes zu machen. Mal ganz davon abgesehen, dass das komplette Stadion (dies schließt die anderen 3 Flutlichtmasten ein) seine besten Tage längst hinter sich hat, frage ich mich gerade, ob es nicht sinnvoller wäre, das Flutlicht ganz abzuschaffen, statt aufwändig zu reparieren? Dadurch werden enorme Kosten gespart. Spielt und sportet halt im Hellen oder mit Dreiviertel des Lichts ;)

  • Bei Kaufhof steht man ab heute Abend vor zue Türn

"16. Juni 2012: Der City-Kaufhof in Oberhausen schließt für immer seine Türen. Gleichzeitig werden die Bürgersteige rund um die Alte Mitte hochgeklappt und in dieser Stellung festbetoniert. Die noch vorhandene Einkaufszone soll in Zukunft entkernt und durch Rasenflächen ersetzt werden. Daraufhin soll die Neuansiedlung von Gewerbe für immer verboten werden. Man erhofft sich den Zuzug von älteren bis alten Menschen, die in den entstandenen stylischen Ruinen ihren Lebensabend verbringen möchten."

So oder so ähnlich könnte es klingen, wenn man eine böse Zunge hat. Aber die habe ich ja nicht. Daher ist die obige Meldung rein fiktiv, logisch. ... Ich bin selbst mal sehr gespannt, wie die Zukunft der Marktstraße aussieht. Ohne Kaufhof, ohne DEM KAUFHOF, ist in meinen Augen die untere Marktstraße, die bisher noch ansatzweise etwas Leben zeigte, mittelfristig tot. Wenn man zur Marktstraße geht, dann deswegen, weil man im Kaufhof noch schnell das ein oder andere kleine Ding besorgen möchte und/oder dort das Parkhaus nutzen möchte (und die Gebühr dafür wenigstens teilweise durch einen Einkauf im Kaufhof erstattet zu bekommen). Und wenn der Kaufhof nicht mehr da ist??? Dann fahre ich zum Bero, ist doch wohl auch logisch, oder?!!

 

  • Kaum ist die Wahl vorbei...

... kommen auch schon die Sparpakete auf den Tisch. "Hurra, das haben wir wieder toll hinbekommen!" denken sich jetzt einige Wiedererwählte. Ja, habt ihr. Da kann ich nur beipflichten. Fragt sich nur wie lange das noch funktioniert? Ich vermute (nein: ich befürchte) das wird immer und immer und immer so weiter gehen. Na, dann weiß ich ja jetzt, was ich in meinem nächsten Leben werden möchte!

 

  •  Die Sache mit dem Knöllchen.

Letztens hat meine Frau ein Knöllchen bekommen. Vor der Stadtbücherei. Auf dem neu "gestalteten" Platz, wo man nicht genau weiß, was man davon halten soll. Es waren zwar nur 5 Euro. Also 10 Mark. Weil sie 10 Minuten über der Zeit war. Also pro Minute eine Mark. Und warum war sie 10 Minuten über der Zeit? Weil sie in der Stadtbücherei vor dem Ausleihautomaten stand und das alles nicht so lief, wie ein fähiger Programmierer sich das wünschen würde. Wie auch immer. Wir haben das Knöllchen natürlich sofort überwiesen. Es ist vermutlich sinnlos, mit irgendwelchen Leuten darüber zu disktutieren. Wir verlangen aber nun, dass mit den 5 Euro etwas sinnvolles veranstaltet wird. Wie wäre z. B. eine Sanierung der Straßendecke der Falkensteinstraße? Oder 1000 anderer Straßen im Stadtgebiet?

Und, jetzt mal ernsthaft: Wir ziehen und zahlen einen Parkschein, wir zahlen Gebühren für die Stadtbücherei und wir gehen nebenbei noch einkaufen in der Stadt. Wir tun also alles, um Geld in die öffentlichen Kassen zu spülen und die Innenstadt am Leben zu erhalten. Und als Dank bekommt man ein Knöllchen wegen 10 Minuten? Ne, so funktioniert das nicht. Als kleines "Dankeschön zurück" werden wir nun erst mal nicht in die Stadt fahren, sondern am Bero parken und dort einkaufen. Bitte sehr, gern geschehen. So klappt das auch mit der Innenstadt!

 

  • Spielplatz - was für'n Ding???
 
Letztens war ich mit meinen Töchtern auf der Marktstraße unterwegs. Die Sonne brannte vom Himmel und wir gingen zum Spielplatz an der oberen Marktstraße in der Nähe vom Ärztehaus. Nun ja, "Spielplatz" ist ja etwas übertrieben. Das Gebilde aus Plastik, Seilen und Stangen hat bei meinen Kindern eher Fragen aufgeworfen als Spielfreude. "Papa, was kann ich denn hier machen?" war noch die harmloseste Frage meiner älteren Tochter. Meine kleine Tochter hat sich freiwillig auf das Drehding gesetzt und lustlos in der Gegend herumgeschaut.
Ein kleiner Lichtblick ist das Piratenschiff nebenan und das "Auto" etwas weiter höher auf der Marktstraße. Da ist ersichtlich, was man damit tun kann: darauf herumklettern. Die Schaukel im Piratenschiff hat meiner Meinung nach keine Funktion. Damit kann kein normales Kind schaukeln! Übrigens könnten die Sachen auch mal vom Müll befreit werden. Ich war allerdings schon froh, dass nix scharfes, spitzes, ekliges oder gefährliches herumlag.
Das Glockenspiel weiter höher auf der Marktstraße ist schon länger defekt. Da glockt nix mehr.
 
Die Krönung ist allerdings der "Spielplatz" am Eduard-Berg-Platz etwas weiter unten an der Marktstraße. Wer zum Henker hat sich das ausgedacht? Ich möchte mein Kind nicht in Knast-Spielgeräten spielen lassen.
Für mich besteht ein Spielplatz aus Rutsche, Schaukel, Wippe, gerne auch einem Vogelnest und ein bisschen Sand. Ein herausragendes Utensil ist dann noch eine kleine Wasserpumpe zum Rumsauen. Damit können sich Kinder stundenlang beschäftigen. Gerne dürfen sie sich auch um die Spielgeräte prügeln oder mal in den Sand fallen und heulend angerannt kommen. Das gehört dazu.
 
Gibt es vielleicht noch jemanden da draußen, der meine Meinung teilt oder bin ich einfach zu alt???
 

 

  • Das Marktstraßen-Dilemma
Sehen wir der Wahrheit ins Auge: die Marktstraße ist tot. Der Tod hat sich zunächst die Nebenstraßen geschnappt. Dann ist er langsam aber sicher die Marktstraße von oben und unten zur Mitte gelaufen. Das kleine verbleibende untote Stückchen verteilt sich zwischen dem Altmarkt und der Saarstraße. Eventuell kann man ein kleines Stück der Lothringer Straße noch mit ins Leben einbeziehen. Das war's dann aber auch.
Man kann das Angebot der Geschäfte nicht mehr wirklich Ernst nehmen. Es gibt noch gefühlte 5 Fachgeschäfte, wahllos verteilt, da historisch gewachsen. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit ist schon vor 15 Jahren verflogen.
Sollte der Kaufhof (wie von mir seit langem vermutet) wirklich seine Pforten schließen, kann man bedenkenlos einen Haken an die Marktstraße machen und sie wieder für den Straßenverkehr öffnen (aber wozu dann eigentlich noch?). (Update Juni 2011: Der Kaufhof schließt seine Pforten Mitte 2012. Die Marktstraße ist damit tot. Punkt. Ende. Aus.)
 
Um sich vom Angebot der Marktstraße überzeugen zu lassen, kann man zur Weihnachtszeit mal versuchen, dort Geschenke einzukaufen. Es wird nicht funktionieren und man zieht entnervt ins Bero, ins Centro oder in die Nachbarstädte. Notfalls kauft man stressfrei im Internet mit der Lieferung bis an die Haustür.
Die nächsten 10-20 Jahre der Marktstraße werden düster. Davon gehe ich mit Sicherheit aus. Jeglicher Versuch, die "Einkaufs-Attraktivität" zu steigern wird kläglich scheitern. Es ist mittlerweile viel zu spät, um korrigierend eingreifen zu können.
Es ist an der Zeit, die Reißleine zu ziehen und sich von der Marktstraße in der jetzigen Form zu verabschieden. Vielleicht könnte man etwas ähnliches wie das Bermuda-Dreieck in Bochum aufzubauen. Aber das kostet Zeit und Geld, wovon wenig vorhanden ist.
Einzelhandel mit "üblichen Waren" funktioniert nicht mehr. Vielleicht könnten sich einzelne Viertel mit Spezialgeschäften etablieren, die thematisch wenigstens etwas zusammenhängen. Aber auch das verlangt Durchhaltevermögen von den Kaufleuten. Nur: die Zeit rennt davon. Sie schreitet nicht, sie rast.
Zur Zeit ist die Marktstraße nichts weiter als ein gewachsener und unglücklich zerrissener Haufen von Geschäften, der für den potenziellen Einkäufer nur eins bedeutet: zielloses Rumgelaufe, wachsender Stress und blödsinnige Parkplatzsuche.
 

 Ein paar Anmerkungen dazu auch in meinem Blog: Hier (von 2009!), hier und auch Sterkrade geht so langsam dem Ende zu.

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