Warum ich nie mehr NINA will

Ich habe ein paar Ninas in meinem Leben kennengelernt. Die meisten waren recht nett. Die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes (die im Volksmund auch NINA heißt) ist es dagegen nicht so sehr. Diese mobile App soll den Bürger im Notfall vor allen möglichen Katastrophen per Smartphone-Ringring warnen.

Ich hatte die App schon vor langer Zeit mal installiert. Und kurz darauf wieder deinstalliert, weil sie sehr zickig war. Meistens hat sie einfach so gebimmelt. Ein Blick in die Warnungen zeigte daraufhin nichts. Erst irgendwann wieder. Und dann für ein Gebiet, wo ich im Leben noch niemals war. Mal zeigte sie Hochwasser und Sturmfluten. Mal Sirenentests im Irgendwo. Mal stand man im Unwetter und schaute verzweifelt auf NINA, ob sie denn jetzt mal situationsbezogen reagieren würde. Nö, nüscht.

Vor wenigen Monaten habe ich NINA eine zweite Chance gegeben. Schnell installiert, Test durchgeführt, alles bestens.

Nein, ich bin kein technischer Hohlkopf. Rein beruflich habe ich stets mit digitalen Dingen zu tun. Mein Smartphone ist richtig konfiguriert und außerdem weiß ich, wo die heiße Seite am Lötkolben ist.

Die ominösen Warnungen bei markantem Wetter/Unwetter/Weltuntergang habe ich direkt abgeschaltet. Wenn ich wissen möchte, wie das Wetter wird, dann schaue ich aus dem Fenster. Ebenfalls minder interessant finde ich Hochwasserwarnungen. Ruhr, Emscher und Rhein-Herne-Kanal werden es vermutlich nicht schaffen Oberhausen zu fluten.

Wie auch immer – es kam, wie es kommen musste. Gelegentlich wurde NINA nervös und bot innerhalb kurzer Zeit mehrere Warnungen an. Von irgendwo. Mein Standort wurde nie wirklich richtig erkannt. Wenn ich meinen Standort festlegte, wurde es eher wieder still um NINA. Sie regte sich nicht einen Deut, als in Buschhausen ein Chemietank verdampfte oder es dort anner Müllverbrennung brannte. Wenn sie etwas meldete, dann meist zu spät. Zuletzt ruderte sie tagelang aufgeregt mit den Armen als Sirenen-Probealarme waren. Ebenfalls entwarnte sie jeweils mehrfach beim Ende des Problealarms.

Irgendwann ist jedoch Schluss. Was bei echten Ninas gilt, gilt auch bei NINA. Ich habe sie erneut von meinem Mobilteil verbannt. Ich konnte keinen Nutzen feststellen. Lediglich einen erhöhten Energieverbrauch. Eigentlich ist das schade, da ich eine flächendeckende Warnung der Bevölkerung als äußerst  nützlich empfinde. Und ein Smartphone hat fast jeder.

Ich weiß nicht wo der Systemfehler ist. Die App an sich? Läuft da irgend etwas schief? Oder ist es die mangelnde oder falsche Versorgung mit Echtzeitdaten? Ich habe keine Ahnung.

Wenn ich jetzt wissen will, ob ich in Gefahr bin, dann rufe ich die Webseite warnung.bund.de auf. Dort stehen alle aktuellen Warnungen und ich muss lediglich ein wenig mein Gehirn benutzen um herauszufinden, ob es sich lohnt  den nächsten Bunker aufzusuchen.

Warum dies das Ende dieses Blogs ist

Dies ist der 666. Beitrag in diesem Blog.

Uuuuuuh, 666???

Zahl des Biestes? Antichrist? Bilderberg? Das Ende der Welt? Das Ende dieses Blogs? JA! Mit Sicherheit! Zahlen lügen nicht.

Und jetzt mal ernsthaft. Zahlenmystik ist mindestens genauso glaubhaft wie Homöopathie. Oder Wünschelruten. Oder Perpetua mobilia. Oder eine Scheibenerde. Oder [beliebigen-Quark-hier-einfügen]. Wenn irgendetwas auf der Welt unmystisch ist, dann gehören mit Sicherheit Zahlen dazu. Außer “42”. Aber das ist eine andere Sache.

Und nun? Ist das das Ende dieses Blogs? Man wird sehen.

Warum ich auch dieses Jahr nichts spenden werde

Schon wieder Weihnachten? Das ging ja schnell diesmal.

Jetzt kommen wieder zahlreiche Briefe von verschiedenen Vereinen, Verbänden, Clubs und sonstigen Organisationen. Sie alle weisen mehr oder weniger kreativ auf die Missstände in dieser Welt hin. Und bitten um milde Gaben. Glücklicherweise haben sie schon vorgedruckte Überweisungsträger beigelegt und mitunter prophylaktische Dankeschöne für die zu tätigende Spende. Ich frage mich an dieser Stelle immer, woher die eigentlich unsere Adresse haben und ob ich da mal anrufen und mich über die miesen Psychotricks beschweren soll.

Glücklicherweise gibt es das Internetz und das bestätigt oftmals innert weniger Sekunden die Fragwürdigkeit solcher Bettelaktionen.

Zum Rest dieser Thematik verweise ich auf meinen immer noch gültigen Post von 2013.

Warum der Gasometer letztens glomm

Letztens so: Ich gucke aus dem Fenster und der Gasometer glimmt:

gasometer_glomm

Warum er das tat? Keine Ahnung, bin ich Verschwörungstheoretiker?

Ich denke aber, das hatte eine ganz natürliche Ursache. Vermutlich war es der Regen, der im Azur der Beleuchtung das Verdampfen geübt hat.

Warum diese Straßensperrung witzlos ist

Seit ein paar Tagen ist die Markgrafenstraße in Biefang gesperrt:

markgrafen1

Vonner anderen Seite auch:

markgrafen2

Zur Sicherheit ist die Straße noch einmal ein paar Meter vorher gesperrt:

markgrafen3

Aber eigentlich ist sie schon ab der Beerenstraße gesperrt:

beeren1

Vonner Neumühler Straße aus ist die Zufahrt ebenfalls gesperrt.

Wobei “gesperrt” jetzt ein eher dehnbarer Begriff ist. Gesperrt ist eine Straße für die meisten Autofahrer nur, wenn das rote Schild mit dem weißen Querbalken auftaucht. Ein weißer Kreis mit einem roten Rand bedeutet anscheinend, dass man sicherlich dort einfahren darf, wenn man nur genug “Anliegen” hat. Ein kurzer Blick in die Straßenverkehrsordnung zerstört diese Träume. Es gibt gewisse Ausnahmen, aber Fakt ist: Niemand, der nicht gerade dort wohnt sollte hier hinein- oder gar durchfahren. Große Töfftöffs eh nicht (explizit untersagt). Ich fürchte sogar, dass man hier Fahrräder schieben muss. Busse fahren hier auch durch, aber ich denke die dürfen das.

Nun ist die Praxis aber eine andere. Fast jeder fährt durch die Beerenstraße/Neumühler Straße, um die Umleitungen nicht in Kauf nehmen zu müssen. Die Umleitungen sind nicht unbedingt langatmig und schwierig. Dennoch fahren viele, sehr viele Leute einfach durch die Sperrung.

Ich muss zugeben, dass ich die Sperrung der Beerenstraße für PKW nicht unbedingt vonnöten halte. Klar ist dann die Neumühler Straße noch heftiger befahren als vorher. Aber den Aufwand hätte man sich auch gut und gerne sparen können. Schon vorher wurde die Neumühler immer als Abkürzung benutzt (bedingt durch das dämliche Stoppschild anner Markgrafenstraße und dem rauschenden Verkehr auffer Biefangstraße).

Mal gespannt, wann dort die Durchfahrt von den Ordnungshütern auf “Anlieger-Sein”-Tauglichkeit geprüft wird. Wird bestimmt lustig 🙂

Warum ich jetzt jeden Beitrag mit “Warum” beginne

(Der Titel ist mindestens so bescheuert wie die Frage “Darf ich Ihnen eine Frage stellen?”)

Wenn ich mir den digitalen Nachrichtenblätterwald so ansehe, habe ich immer öfter den Eindruck, dass die Schreiberlinge denken, ich sei komplett verblödet. Und ich rede jetzt nicht einmal von den überall lauernden Klickködern (“click baits”) sondern von ganz normalen Texten auf ehemals ganz normalen Webseiten. (Zum Clickbait komme ich später noch einmal.)

Waren die frei verfügbaren Inhalte von (digitalen) Zeitschriften und Magazinen vor wenigen Jahren informativ und umfassend, beschränkt sich das heute nur noch auf eine reißerische Überschrift (die oftmals mit “Warum” anfängt), einen dürftigen Inhalt (der oft schon vom Thema her recht arm an  Spannung ist), eine oftmals aus anderen freien Quellen nahezu eins zu eins kopierte (Teil-) Nachricht und einen Schreibstil, der jeden Old School Journalist in unendliche Facepalms verfallen lässt. Über die unglaublich bescheuerten Rechtschreibfehler, die missliche Verwendung von coolen Termini sowie Nebenschauplätze wie Interpunktion, Grammatik und alles andere was man so mit Linguistik in Verbindung bringt, rede ich lieber nicht. Ebenfalls extrem bescheuert finde ich den Umstand, dass mich ein Verfasser einfach duzt. Mag dies in einem Blog noch passen, so bin ich diesem Duzen in einem halbwegs sachlichem Medium wie einer Zeitung eher abgeneigt.

Noch einmal: Ich rede jetzt nur von den frei verfügbaren Inhalten von digitalen Zeitungen und Zeitschriften sowie Magazinen. Ich weiß nicht, wie die Qualität von Kauf-, Abo- und Bezahl-Zeitungen ist. Ich werde es auch niemals herausfinden, da ich niemals für Lese-Inhalte im Internetz bezahlen werde. Niemals.

Ich glaube, das alles hat angefangen mit den oben erwähnten “Clickbaits”. Clickbaits: Das heißt übersetzt “Klickköder”. Navigation im Internetz besteht praktisch nur aus Links. Ein Klick auf einen Link bedeutet für den Anbieter im besten Fall, dass er Geld dafür bekommt. Eine reißerische Überschrift (hinter der sich ein Link verbirgt), bekommt natürlich viele Klicks, da wir Menschen anscheinend ein wenig neugierig sind. Zugegeben, ich habe früher auch auf diese Überschriften geklickt. Ich war so naiv, dass ich noch an das Gute im Menschen geglaubt habe (blah blah). Inzwischen gibt es so extrem viele “hyperbolic headlines”, dass ich einige Webseiten komplett aus meinem Leben gestrichen habe. Es macht einfach keinen Spaß mehr. Lediglich mein Ad-Blocker im Browser freute sich ein Bein ab: Ein Dutzend blockierte Elemente pro Seite ist eine Hausnummer.

 

Ach ja, wenn ich an Clickbait denke, denke ich unweigerlich an die Webseite “heftig.co”. Dort wurden seinerzeit meine ersten (wegen der Überschriften) hochgesteckten Erwartungen an interessante Artikel zunichtegemacht. Wer nun ein wenig im weltweiten Web stöbert, findet bestimmt schnell heraus, wer inzwischen viele Anteile an diesem Portal bzw. dessen Betreibergesellschaft besitzt … Erstaunlich, nicht wahr?