Ich habe es verloren und finde es nicht wieder…

Und schon wieder ein Bild von vor ein paar Jahren. Das war circa 2004 im Grafenbusch:

grafenbusch

Könnte eine Art Hundetränke gewesen sein?

Jedenfalls bin ich jetzt schon ein paar Mal durch Grafenbusch getigert und finde dieses dösige Ding nicht mehr wieder. Ich hasse so etwas 🙁

Anyone?

20 Jahre überholt

Das Schild ist ja eigentlich prima. Lediglich den Oberstadtdirektor gibt es seit 20 Jahren nicht mehr.

oberstadtdirektor_fail

Aber einen hab ich noch. Doppelt gut weil 20 Jahre zu spät und weiße Schrift auf weißem Grund.

20jahrezuspaet

Lost signs, lost places. Great!

Damals, dein ABC Schluppi

Kennt noch jemand den “ABC Schluppi”? Lange Zeit hing die Werbung an einer Hauswand der Gewerkschaftsstraße:

schluppi

Das war damals ein Schuhgeschäft. Danach gab es dort einen Spielzeugladen und einen Spieleladen.

Wo ist nur unser Schluppi hin? 🙂

Fertig, Teil 3

Ich bin fertig. Teil 1 war die Einführung, Teil 2 die Technik, Teil 3 ist das Fazit.

Vor 20 Jahren hat mich Oberhausen nicht sonderlich interessiert. Ich hatte andere Dinge im Kopf, als über eine Stadt nachzudenken. Spätestens mit dem Bau des Centros hat sich das geändert. Plötzlich hat man gesehen, dass man doch nicht mehr im “Kohlenpott” lebt. Die Montanindustrie war Geschichte und wurde nur noch vereinzelt künstlich am Leben erhalten.

Vor 20 Jahren hat mich auch die Oberhausener Politik nicht sonderlich interessiert. Seit dem Centro hat sich diese Einstellung auch gewandelt. Das Centro (die “Neue Mitte”) war der letzte große Meilenstein in der politischen Geschichte Oberhausens. Danach kam nix wesentliches mehr. Ich habe mich gefragt, warum das so ist. War das Centro so groß, dass die politischen Erben damit nicht klar gekommen sind? Hat man sich einfach nur 20 Jahre lang “ausgeruht”? Oder sind andere (plötzlich aufgetretene und widrige) Umstände dafür verantwortlich, dass es nur noch bergab ging? Geht es überhaupt bergab? Oder ist das ein subjektiver Eindruck, weil das Oberhausen von damals ein anderes ist als das von heute? Ich bin weder Politikwissenschaftler noch Psychologe  und kann daher die Frage nach dem Warum nicht wirklich beantworten.

Ich glaube aber für die Zukunft, dass die Oberhausener Politik wesentlich mehr Potenzial aus vielen Dingen herauskitzeln könnte. Als herausragende Pleiten der letzten Monate und Jahre kommt mir sicherlich zunächst das Stahlwerksgelände in den Sinn. Dicht gefolgt von dem Spatenstich-Foto der 105. Unmittelbar anschließend denke ich an einige “dumm gelaufene Dinge” innerhalb der Oberhausener Gesellschaften. Jedes dieser (und vieler weiterer) Ereignisse haben den Stein gehöhlt. Die unendliche hohe Verschuldung werden wir nie wieder los. Wir sollten sie als ständige Herausforderung akzeptieren und auf ein göttliches Wunder hoffen.

Was viele Politiker immer wieder gerne vergessen: ich bin praktisch ein Aktionär der Stadt. Mir gehört ein kleines Stückchen vom Kaisergarten und vom Gasometer, von Vonderort, vom Stadion, auch von jedem öffentlichen Gebäude, von jeder einzelnen Straße, von jedem Baum und von jedem Strauch, von jeder Laterne und von jedem städtischen Stein. Niemand darf damit hemmungslos umgehen. Vielleicht sollten einige Politiker öfters mal an einem Strategiespiel üben und Städte bauen.

Um die wirren und stark verkürzten Gedankenfäden zusammenzubringen: mein Fazit zu den letzten 20 Jahren.

Ich habe mir meine Stadt und somit die mir davon gehörenden Teile angesehen. Ich finde, dass Oberhausen eine gute Stadt ist, die noch eine Menge zu bieten hätte. Es braucht nur die Visionäre, die sich einen Neuanfang zutrauen. Die amtierende politische Riege wird es damit besonders schwer haben. Obwohl ich vor gar nicht allzu langer Zeit behauptet habe, dass in Oberhausen immer die SPD gewinnt, bin ich inzwischen davon überzeugt, dass die SPD von den Bürgern angezählt ist. Sollte Herr Schranz in diesem Jahr Oberbürgermeister werden (wovon ich zu 75 % ausgehe), brechen die letzten Stunden der SPD-Regie an. Ich glaube, dass es den Bürgern nicht mehr darum geht, dass es mit der CDU “besser geht”, sondern dass es “eh nicht schlimmer werden kann”. Auch eine CDU (oder wer auch immer gewählt wird) hat keinen Zaubertrank für die ungelösten Probleme der Stadt. Aber vielleicht brauchen wir einfach mal etwas Neues und gönnen der bisherigen Partei eine kleine Auszeit.

Ich werde weiterhin regelmäßig über die Dinge bloggen, die mich an Oberhausen furchtbar nerven. Aber auch über die vielen schönen Dinge am Wegesrand, die mich in dieser Stadt immer mal wieder erfreuen. Ich kann die Welt nicht ändern. Ich kann mit einem Blog nicht allzu viel bewegen. Mir liegt es auch fern, für die SPD oder für die CDU (oder für die anderen Parteien) Werbung zu machen. Ich kann auch nicht allumfassend erklären, warum wir heute da stehen, wo wir stehen. Ich möchte nur, dass es meinem kleinen Stückchen Oberhausen, das ich mir in den letzten 20 Jahren angeschaut habe, auch in Zukunft gut geht 🙂

Fertig, Teil 2

Sonntags, früh morgens um 0600. Du fällst aus dem Bett, machst dich salonfähig, buckelst die Kameraausrüstung und stiefelst los. Manchmal zu Fuß, manchmal mit Rad, meistens per Automobil. Deine größten Sorgen in diesem Moment: hoffentlich ist der Akku voll, hoffentlich verziehen sich die Wolken gleich, hoffentlich kommst du noch rechtzeitig an die Stelle, wo du letztens diesen geilen Sonnenaufgang über Oberhausen verpasst hast.

Egal ob es schneit, regnet oder die Sonne knallt. Du hast das Ziel vor Augen, du willst diesen einen Moment auf dem Foto einfangen, den du schon so oft verpasst hast. Du musst heute einfach dieses eine Foto machen. Koste es, was es wolle.

Es ist dunkel, niemand ist auf der Straße. Irgendwie hast du schon Angst, wenn du frühmorgens in der fortgeschrittenen Finsternis durch die Wälder stapfst. Deine 4 Kilogramm Kamera hängen an deiner Schulter. Du verfluchst jedes einzelne Gramm davon. Ständig knallt das Objektiv an irgendein Körperteil, bestimmt hast du da heute Abend wieder einen blauen Fleck. Oder noch schlimmer: das Objektiv knallt gegen einen Baum. Oder am allerschlimmsten: es knallt gegen alte Mauern oder Beton, das hinterlässt unschöne Riefen. Egal. Vielleicht kannst du deiner Frau dann endlich klarmachen, dass du unbedingt ein neues Objektiv brauchst, weil dein altes alt ist. Wenn jetzt einer kommt und will die Kamera klauen, was machst du dann? Schreien? Hier?? Niemand wird dich hören. Die Kamera abgeben? (“Aber die Speicherkarte behalte ich!”) Du beschließt, endlich einen Selbstverteidigungskurs anzufangen. Wie schon ein paar Dutzend Mal vorher, morgens im Dunkeln, wenn deine Gedanken Kusselkopp machen.

Du hast endlich den sakrosankten Ort erreicht, wo du vor ein paar Monaten zufällig den tollen Sonnenaufgang sonne_again_againgesehen hast und deine Kamera zu Hause war. Bestimmt war noch niemand vor dir hier und hat diesen Sonnenaufgang gesehen, geschweige denn fotografiert.

Dann endlich ist es so weit. Die Sonne geht auf. Du knipst wie Klaus. Fummelst an der Kamera herum und ärgerst dich, dass du so eine umständliche Profikamera hast. Bild um Bild wirst du innerlich größer. Jedes Klacken  bedeutet einen Treffer mehr auf deiner Liste. Nach ein paar Minuten ist es geschafft. Die Sonne steht so hoch,  dass sie keinen besonderen Anblick mehr bietet. Du packst dein Geraffel ein und bist vielleicht gerade erfroren oder durchnässt bis auf die Haut. Aber glücklich – weil das Ziel erreicht ist.

Den Rest der Zeit verbringst du mit Rundgängen durch die Stadtteile und Straßen. Der eine Oppa liegt sonntagmorgens immer mal wieder mit einem Kissen unter den Armen im Fenster. Früher, als du deinen ersten Rundgang durch diese Straße gemacht hast und neu hier warst, hat er dich argwöhnisch beäugt und jeden Schritt verfolgt. Was er da wohl gedacht hat? (“Jetzt schicken die Einbrechers schon eine Kamera-Vorhut, um uns auszuspionieren!”) Du hasst solche Momente. Du fühlst dich beobachtet, auch wenn du schon 50 Meter weiter weg bist. Inzwischen weißt du, wie es geht: nicht ignorieren, sondern fotografieren. Sobald du ein Objektiv auf jemanden richtest, guckt er unverzüglich weg, dreht sich um und eilt von dannen. Nicht die feinste Art von dir. Eine bessere Lösung ist immer, wenn man laut “Guten Morgen!” ruft. Damit rechnen die wenigsten und sind daher ganz verdattert. Meistens erwidern sie den Gruß und manchmal lächeln sie sogar. Ganz anders die Rudel-Oppas: sie stehen auf der Straße in Gruppen zu dritt oder viert, haben alle einen Wanderstock in der Hand und komische Hüte auf. Sie grüßen nie, sondern gucken dich im Rudel an und bereiten sich auf einen Angriff mit ihren Stöcken vor. Hoffentlich wirst du niemals so werden wie die.

Wenn die Fotosession abgeschlossen ist, kehrst du müde und glücklich nach Hause zurück. Bereichert von neuen Eindrücken und erweitert um neue Fotos. Damit hast du genug Material für 76438 Tage Diavortrag – nonstop.

Das Procedere machst du jetzt schon jahrelang – so oder in ähnlicher Form. Unterwegs in Oberhausen.

Teil 3 bald.

Fertig, Teil 1

So, ich glaube, ich bin durch!

Seit circa 20 Jahren renne ich nun durch Oberhausen. Immer auf der Suche nach den kleinen Dingen am Wegesrand. Auf der Suche nach Anekdoten von damals und heute. Dinge, die man schon fast wieder vergessen hat und die man gerade dabei ist zu vergessen. Sachen, die mir ganz furchtbar auf den Sender gehen und Dinge, die ich total toll finde.4200

Dinge, die für einige völlig banal sind, aber für mich eine große Bedeutung haben. Und Dinge, bei denen es genau anders herum ist.

Ich glaube, ich war in jedem Winkel von Oberhausen. Auf Kirchtürmen und Dächern, in Kellern und Bunkern. Sowohl mitten in den Menschenmengen, als auch abseits davon, wo sich nicht einmal mehr Fuchs und Hase Gute Nacht sagen möchten. Ich bin jede Straße mindestens einmal abgelaufen, war auf jedem Platz, war in jedem Park, war auf jedem Spielplatz. Habe alle Wälder (so gut es geht) durchforstet. Ich bin durch knietiefen Schlamm gestolpert, habe mich hoffnungslos in Brombeerhecken verheddert. Mehr als einmal habe ich mich beim Sprung über Gräben und Wasserläufe verschätzt. Schnee, Eis, Regen, Wind und Hitze haben mich zum Fluchen gebracht und meine Kameras zum Zündversagen. Klingt schon fast poetisch.

Im Laufe der Zeit haben sich knapp 100000 Bilder angesammelt, pro Jahr also 5000 Stück. Früher wohl eher weniger, heute mehr denn je. Dias, Papierfotos, Bits und Bytes. Digital sind das um die 380 Gigabyte.

Jetzt bin ich fertig. Ich glaube, ich habe alles. Ich habe nicht alles verstanden, was in Oberhausen passiert, heute viel mehr als vor einigen Jahren. Aber ich habe mir mein Oberhausen für mich bewahrt. Nicht nur in eigentlich nichtssagenden Augenblickfotos, sondern viel mehr in den endlosen Augenblicken, die ich in Oberhausen unterwegs war. Die Augenblicke, in denen ich so oft gestutzt habe, weil ich wieder einmal etwas unbekanntes gesehen oder gehört habe.

Zugegeben, ich war nicht immer allein unterwegs. Manchmal war auch meine Familie dabei. Obwohl sie nie wirklich verstehen konnte, was ich da eigentlich mache und die Frage nach dem Warum erst gar nicht stellte, hat sie mein ungewöhnliches Hobby toleriert und sogar gefördert. Das sind ziemlich verrückte Leute, ehrlich.

Teil 2 bald.

Come in!

“Another visitor! Stay a while – stay forever!!!”

bunker_offen

Als ich diese offene Bunkertür in Oberhausen Borbeck gesehen habe, musste ich sofort an die erste verständliche Sprachausgabe auf dem C64 denken (Yeah, it was ‚Mission Impossible‘). Und an die endlosen Stunden, die man vor der Daddelkiste gesessen hat. Damals, um 1984. Wie oft habe ich diesen Satz hören müssen!

Und dann stehst du 2015 vor dieser Tür und irgend etwas flüstert dir von irgendwoher ins Ohr: “Another visitor! Stay a while – stay forever, muahahaha!!!”. Verrückt 🙂

Meine Homepage darf jetzt auch Bier trinken

Junge, wie die Zeit vergeht! Seit 16 Jahren ist meine Seite (www.ulrich-huhn.de) online. Oder zumindest die Inhalte davon. Die erste Seite wurde im April 1999 geboren. Damals noch handgemacht.

Jetzt, 16 Jahre später, darf sie endlich Bier und Wein trinken und sogar die Segelfluglizenz erwerben.

Prost! Und hoffentlich liegt sie heute Abend nicht mit saumäßiger Übelkeit über’m Klo, so wie wir alle damals.