Wir haben zu wenig Abfall

Was bisher geschah

Bisher hatten wir eine Abfalltonne mit 80 Litern, die alle 14 Tage geleert wurde (roter Deckel). Nun haben wir eine 80 Liter Tonne mit grünem Deckel, die jede Woche geleert wird. Die allwissende Abfallverordnung der Stadt Oberhausen hat bestimmt, dass wir mit 4 Personen mindestens 80 Liter Abfall pro Woche produzieren MÜSSEN. Die 4 Personen setzen sich aus 2 umweltbewussten Erwachsenen und 2 Kleinkindern zusammen. Selbstverständlich haben wir sowohl eine gelbe als auch eine blaue Tonne. Selbstverständlich bringen wir unser Altglas zum Container, ebenso wie alte Klamotten und Schuhe. Wir haben einen Komposthaufen im Garten, wo sämtlicher organischer Rest”müll” deponiert wird. Selbstverständlich bringen wir unseren Elektroschrott, unsere Batterien, unsere alten Farben und alles was weder zum Sperrmüll noch in die Abfalltonne gehört, eigenhändig zum Wertstoffhof.

Und doch geht irgend ein kluger Mensch davon aus, dass jede Person bei uns 20 Liter Abfall pro Woche produziert! Dagegen wehren kann man sich natürlich nicht. Man muss es einfach akzeptieren. Man kann eine andere Kombination aus Biotonne und Restmülltonne beantragen, die eventuell etwas Ersparnis bringt. (Leider wird die Biotonne auch in 4 Wochen nicht einmal zu einem Viertel gefüllt sein. Wir bringen unseren Biomüll auf unseren Kompost, wo er in den letzten 3 Monaten um maximal 20 Zentimeter gewachsen ist – bei einer Grundfläche von ca. 1 m².) Man kann auch beantragen, dass man selbst kompostiert, dann muss man allerdings nachweisen, dass jede Person mindestens 20 Quadratmeter Platz zum Kompostieren hat! Geht’s noch?!! Wo sollen wir denn 80 Quadratmeter Komposthaufen hin packen? Und was zum Teufel sollen wir da draufschmeißen? (In der Zeitung habe ich letztens gelesen, dass es anderen Bürgern in Oberhausen ebenso ergeht.)

Was nun geschieht

Die Konsequenz liegt auf der Hand: Warum sollte man sich anstrengen und den Abfall fein säuberlich trennen, wie man es bisher getan hat? (Von Sinn und Unsinn der gelben Tonne einmal ganz abgesehen!) Wenn man sieht, dass die Abfalltonne nur halb voll ist, wird ganz einfach automatisch “aus Bequemlichkeit” jeglicher anderer Müll hineingestopft, bis sie voll ist. Immerhin müssen sich die Abfallgebühren ja irgendwie lohnen.

Die Moral der Geschichte

“Warum sollen wir unseren Abfall mühsam und zeitraubend trennen, wenn eh alles in eine einzige Tonne passt und man nichts gegen das vorgeschriebene Müllvolumen machen kann?” Ich kann absolut verstehen, wenn einige Leute so denken.

Wir werden weiterhin unseren Abfall trennen und uns über die viel zu hohen Müllgebühren ärgern. Aber eins steht fest: auch diese Sache ist wieder ein Mosaiksteinchen im großen “Wir wollen raus aus Oberhausen”-Bild.