Vorvorgestern, bei Gabis Ionengitter

“Gabionen”, das sind diese Drahtgeflechte mit dicken Steinen drin. Man könnte auch Steinkorb oder Steinkäfig oder Steinkasten sagen. Aber man sagt lieber “Gabionen”. Hört sich cooler an. “Cerealien” klingt ja auch besser als “Getreide”. Und “probiotisch” ist ebenfalls cooler als “gesund”. Naja, wie auch immer …

Seit ein paar Jahren verfolgen mich die “Gabionen” anner Weseler Straße, bzw. am parallel verlaufenden Rad- und Gehweg. Der Handbach macht dort eine kleine Kurve, um sich jenseits auf dem Gelände der ehemaligen Zeche wiederzufinden. (Dort befindet sich auch ein Bauwerk der Emschergenossenschaft.)

Vor ein paar Jahren hat man an dieser Stelle die besagten Gabionen in das Bachbett gebastelt. Leider waren diese anfällig für Wasser und sind ein paar Minuten Monate später nach einem Regenguss wieder zusammengestürzt. Seitdem wird an dieser Stelle ständig an diesen Gabionen gebastelt. Mal ist der Weg gesperrt, dann wird das Bachbett umgebaut, dann wieder gesperrt, gebaut, umgebaut, neu gebaut etc.

Inzwischen pumpt dort ein halbes Dutzend Pumpen das Wasser von A nach B und ein ein halbes Dutzend Baumaschinen buddelt und bastelt, was das Zeug hält.

gabis_ionengitter2

gabis_ionengitter3 gabis_ionengitter1

Ich bin kein Wasseringenieur. Meine Erfahrungen mit Wasser beschränken sich auf empirische Beobachtungen am Matschspielplatz. Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass es reichen würde, wenn man das ganze Wasser einfach mit ein, zwei Pumpen und einem langen Rohr auf die andere Seite der Weseler Straße befördert. Das künstlich renaturierte Bachbett (wenn es denn mal eins war) würde ich mit den entflochtenen Gabionensteinen zukippen und die Natur den Rest machen lassen. Das geht wesentlich schneller, sieht schöner aus und ist vermutlich günstiger.

Nun weiß ich leider nicht, warum überhaupt dort so etwas gebaut werden musste. Vielleicht gab es ja einen triftigen Grund für dieses Bauwerk. (Bestimmt gibt es einen triftigen Grund, sonst würde man wohl kaum so einen massiven Aufwand betreiben, oder!)

Aber immerhin weiß ich jetzt, was “Gabionen” sind, das ist ja auch schon mal was …

Heute Morgen, Wasserfluten in Ost-Erfeld, Abfallendes und Rottendes

Gestern hat es auf der Ost-Erfelder Straße ein Wasserrohr zerrissen. Deswegen ist die Straße zwischen der Brottoper Straße und der Cheruskerstraße gesperrt.

Da ich heute Morgen eh auf dem Weg zu einem Bunker war, habe ich dort mal kurz angehalten. Eigentlich habe ich tosende Wassermassen erwartet, so wie es einige Symbolbilder dargestellt haben. Allerdings ist da nicht mehr viel, nur noch ein paar werkelnde Menschen.

wasserbruch(kein Symbol-, sondern Faktenfoto)

Die Arbeiten dort werden vermutlich noch etwas länger dauern. Ein weiträumiges Umfahren der Stelle ist ratsam. Die einzige praktikable Umleitung führt über die Wittekindstraße. Aber Obacht! Dort ist eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Es würde mich nicht wundern, wenn “man” die Gelegenheit beim Schopfe packte …
(Auf der Cheruskerstraße gibt es übrigens noch einen kleinen Erdbunker, aber das nur am Rande.)

Irgendwie war ich ein wenig enttäuscht ob der enormen Wasserfluten, deswegen habe ich noch mal einen kurzen Abstecher zur Burch Vondern gemacht. Dort war auch nix Spannendes, aber auf dem Parkplatz ein paar Meter weiter fängt die Abfallhäufung wieder an. Ich möchte nur schon einmal darauf hinweisen:

apfel1

apfel2

Und da ich gerade in Stimmung war, bin ich noch weiter durchgedüst zur allseits beliebten Jagdstraße. Ach, es ist ein Trauerspiel! Seit Jahren verrotten hier die “Häuser”. Nix geht. Oder vielleicht doch? Immerhin hieß es Ende letzten Jahres, dass ein paar von den Mauerresten verkauft wären. Die (mehr oder weniger ebenfalls vor sich her gerotteten) Gerüste an der Außenseite sind inzwischen nicht mehr zu sehen. Und vielleicht stimmt ja die Aufschrift mit „50 % verkauft!“?

jacht1 jacht2

jacht3

jacht_pan

Mal sehen, was kommt.

Heute, kurz nach der Kernschmelze

Zurzeit kursiert ein kleines Problemchen in der digitalen Welt. Erste Andeutungen gab es schon in einigen Foren letztes Jahr, nun ist es amtlich. Man hat festgestellt, dass einige wenige verdammt viele Computer-Prozessoren einen kleinen Hau im Hirn haben. Ohne mit zu viel technischem Geschwafel zu langweilen: Schon seit Jahren gibt es Fehler im Design vieler Prozessoren, die dazu führen, dass Sicherheitslücken entstehen können. Noch einmal langsam, um sich die Sache bildlich vorstellen zu können: Chiphersteller bauen schon seit Jahren (eventuell schon seit Jahrzehnten) Prozessoren, die fulminante Fehler beherbergen. Ob „wissentlich“ (weil sie’s nicht mehr ändern konnten und/oder wollten) oder unwissentlich lasse ich dahingestellt. Inzwischen ist die gesamte Computerwelt in einer fieberhaft durchgeführten Aktion schon dabei, die Fehler nach und nach durch andere Mechanismen zu “umgehen”.

Dieser Umstand ist aber nicht nur eine Kernschmelze (“meltdown”), wie einer der Fehler schmeichelhaft genannt wird, das ist in meinen Augen schon der Super-GAU. Besonders verstörend finde ich, dass diese Fehler erst nach vielen Jahren aufgedeckt wurden. Was lungert noch herum in den Tiefen der digitalen Hexensuppe? Möchte ich vor diesem Hintergrund ein autonom fahrendes Auto haben? Überlasse ich in Zukunft meine Gesundheit immer noch meinem coolen Fitnessarmband? Führe ich Kommunikation, Bankgeschäfte, Einkäufe, Regelung der Heizung usw. lieber wieder analog durch? Will ich mein Leben tatsächlich immer weiter digitalisieren?

Ich bin technikaffin. Aber solche Sachen bringen mich immer mehr zum Nachdenken über Sinn und Unsinn so mancher technischer Innovationen Gadgets. Viele Dinge braucht die Welt einfach nicht. Einige Dinge stellen sich anscheinend erst nach Jahren als gefährlich heraus. Kosten und Nutzen werden heutzutage ständig abgewogen. Viel wichtiger finde ich aber inzwischen die Abwägung von Nutzen und Risiken. Risiken werden dabei gerne mal unter den Tisch gekehrt.

Die derzeitige Kernschmelze hat mich wieder etwas wacher gemacht. Ich sollte meinen analogen Verstand öfters nutzen und mich nicht auf digitalen Kram verlassen. Besser is das.

Eben noch, anner Friedenstraße

Irgendwie habe ich das verdrängt, aber die Sankt-Martin-Schule wird in Bälde tatsächlich abgerissen. Sie weicht (nein, keinem Supermarkt und keiner Altenwohnung) einer Kita. So steht es geschrieben, direkt unter der Bandwurm-Überschrift:

stmartin1.jpgSo richtig viel weiß ich über die Schule nicht. Sie war für mich immer nur ein Gebäude anner Friedenstraße.

stmartin2

stmartin3

Nun ist sie bald weg.

Kleine Bemerkung am Rande: Ich glaube, dass die Friedenstraße (und die nähere Umgebung) in 24 Stunden Echtzeit circa 600 Stunden Filmmaterial für Realityshows bietet. Meine Güte, was für ein Pflaster! Ich hatte teilweise richtig Angst.

Vor wenigen Sekunden auf dem WeMaHo

Auch dieses Jahr gibt es wieder den Weihnachtsmarkt in Holten. Schon vor einiger Zeit habe ich darüber berichtet.

we_ma_hoIch glaube, der Markt besteht jetzt schon seit fünf Jahren. Viel verändert hat sich in der Zeit eigentlich nicht. Er ist der kleinste Weihnachtsmarkt in Oberhausen. Und doch irgendwie derjenige, der am wenigsten nervt. Alle wichtigen Dinge sind vorhanden, überflüssige Fahrgeschäfte gibt es nicht, der Kommerz findet keinen Ansatz, die Preise sind moderat (die Erlöse werden sogar gespendet). Für einsame Menschen sind genug Kontaktmöglichkeiten vorhanden. Menschen mit Sozialphobien werden dagegen die Möglichkeit loben, dass sie auf dem Weihnachtsmarkt frei laufen können und nicht automatisch von den Menschenmassen transportiert werden, wie auf dem anderen Super”weihnachtsmarkt” in Oberhausen mittig. Es gibt lediglich unexotische Speisen und Getränke. Wer schon einmal nach einem opulenten Weihnachtsmarktbesuch mitten in der Nacht wachgeworden ist und sich die Sache mehrfach durch den Kopf hat gehen lassen, wird das zu schätzen wissen.

Ich glaube, dieser Weihnachtsmarkt kommt dem Weihnachtsmarkt in seiner ursprünglichen Form schon recht nahe. Wenn man bisher nur auf riesengroßen Weihnachtsmärkten bis zur Erschöpfung umhergeschubst worden gelaufen ist und gefressen gegessen hat, wird man beim Holtener Markt zunächst einen “Kulturschock” bekommen. Der ist aber durchaus positiv, denn manchmal ist kleiner eben doch feiner.

Ach ja, unsere Kinder wurden mal wieder als weihnachtliche Motive von einem Pressefotografen entdeckt. Mal gespannt auf das Ergebnis.

Vor gar nicht allzu langer Zeit in Strekade

Beim heutigen Rundlauf bin ich mal wieder durch Strekade gekommen. So richtig warm werde ich mit dem Stadtteil nicht mehr. Vielleicht liegt’s auch am derzeitigen Wetter 🙂 Von der melancholischen Stimmung her kommt Strekade zwar noch lange nicht an die Innenstadt oder Ost-Erfeld heran. Dennoch möchte ich im Dunkeln dort nicht mehr zwingend anwesend sein.

Ein paar Geschäfte hat’s inzwischen zerlegt. Oder wird’s bald zerlegen, glaubt man ihren Räumungsschildern im Schaufenster. Echt doof finde ich , dass XGame schon vor längerer Zeit geschlossen hat:

xgame

Der Laden war in meinen Augen ziemlich kultig und manchmal richtig “retro”. Wie oft habe ich dort nach uralten Spielen gesucht, die ich nach 20 Jahren noch einmal gerne spielen wollte. Aber nun isser weg.

Ebenfalls doof finde ich die Botschaft ein paar Meter weiter:

fc

Das hängt aber auch schon ein paar Tage dort. Jeder hat’s gelesen und nun kann das auch wieder weg. Kann ja nicht so schwer sein?

Und dann noch so mein persönlicher Spitzenreiter, anner Ecke Steinbrinkstraße:

gartenfail

Urbanes Gartendingsbums, wie am Rathaus und anner Antony-Hütte. Dieses städtische Gartendreieck hier wirkt auf mich allerdings wie dieses ungleiche Verhältnis von Wollen zu Können. Sorry, das hier bedarf einer zukünftigen Aufwertung 🙂

Kontrastprogramm

Ich weiß nicht, wie oft ich das schon gesagt habe. Aber das allerallerschlimmste Wetter ist für mich Schnee, Eis und Kälte. Ehrlich, ich kann leidenschaftlich über den Ekel-Winter und das dazugehörige Wetter streiten. Stundenlang. Jede einzelne Schneeflocke wird von mir persönlich beschimpft.

Da zurzeit der Wetterzustand alles andere als annähernd nett ist, musste ich schnell ein paar Sommerbilder von diesem Jahr heraussuchen, damit ich nicht in totale Depression verfalle.

Schön war es anner Emscher:

emil

Auch gut war das Waldteichgelände:

sonne_nix

Ebenso das Gölf-Gelände in Ost-Erfeld – schön bunt, wenn auch fies langweilig:

goelf

Ein bisschen Sonne und viel Nebel gab es dagegen inner Hühnerheide:

irgendetwas

Ich glaube, ich druck’ mir die Bilders jetzt in riesengroß aus und warte dann gespannt auf gutes Klimawandelwetter.

Letztens, kurz vor den Bahngleisen

Ich bin mir zwar sicher, dass ich das schon öfters gebloggt habe, aber irgendwie hat die Lösung bisher auf sich warten lassen. Deswegen noch einmal kurz zur Erinnerung. Am Kaisergarten, anner Straße “Am Kaisergarten”, hinten am Infozentrum Gedenkhalle vorbei, kurz vorm Hundeplatz:

bahngleis

Ich könnte mich irren, aber wenn ich Kind wäre, würden mich die offenen Gleise magisch anziehen und ich würde gucken wollen, wo die herkommen und wo die hingehen. Ja, da fehlt ein Stück vom Zaun und nur wenige Schritte weiter kommen schon die Gleise. Das sieht fast so aus als ob das Loch dort gewollt sei. Aber ich könnte mich natürlich irren.

Falls nichts signifikant dagegen spricht, würde ich gerne wollen, dass das Loch dort verschlossen wird. Kann das jemand mal machen? Fühlt sich jemand verantwortlich?

Warum ich jetzt wieder mit diesem “Warum …”-Scheiß aufhören werde

Meine letzten Beiträge habe ich mit “Warum dies und das so und so ist und wieso die Auflösung total spannend ist” betitelt. Inzwischen bin ich nur noch genervt davon. Ich glaube, dass die Message Mitteilung rübergekommen ist. Reißerische Überschriften waren vielleicht früher mal modern. Heute klingt das in meinen Ohren nur noch albern. Ab jetzt werde ich also wieder “meine normalen” Blogtitel verwenden. Gern geschehen.